246
„Ei!“ ſagte Herr Julien, ſich vertraulich unter die Trinker ſetzend, es gibt viele andere Dinge, die in dem Hanſe am Waſſer vorgehen! und es ſcheint, daß das Abenteuer des Stumpfſinnigen(man bezeichnete zuweilen Zephyr mit dieſem Namen) mit dem des Fräuleins in Verbindung ſteht.“
Bei dieſem Eingang ſchloß ſich die Gruppe der
Zuhörer feſter um Herrn Julien, der dann mit jeglicher Art von Zurückhaltung, die noch einen nachtheiligeren Eindruck hervorbringt, als eine beſtimmte Verſicherung, eine jener Fabeln zu erzählen begann, bei welchen der Sprechende einem namenloſen Jemand all das Geſchwätz in den Mund legt, wofür er die Verantwortlichkeit nicht übernehmen will. Dieſe geſchickt geſponnene Fabel gab zu verſtehen, daß der kleine Zephyr einen Liebeshandel zwiſchen dem Fräulein und dem Zeichner, der ſeit zwei Jahren den Sommer in Montigny zubrachte, ent⸗ deckt datte. Um ſich an des Holzſchuhmachers Tochter, die ebenſo hart, als gegen Jedermann anmaßend und geringſchätzig war, zu rächen, hatte der Stumpf⸗ ſinnige das Geheimniß, das er entdeckt, dem Holz⸗ ſchuhmacher verrathen; aber Protat, ſtatt ſich an die beiden Schuldigen zu halten, ſeinen ganzen Zorn gegen den Angeber ausgelaſſen. Um den Stumpfſinnigen zu verhindern, daß er nicht ausſchwatze, hatte er ſich ſolche Drohungen gegen ihn erlaubt, daß dieſer, in der Meinung, ſein Meiſter wolle ihn umbringen, ſich in den Garten gerettet hatte, wohin Protat ihn verfolgte, und da geſchah es, daß er ins Waſſer gefallen war.
„Aber,“ ſiel Jemand ein,„man behauptet, er habe
Steine an den Füßen gehabt, als man ihn aus dem Waſſer zog, was beweiſt, daß er ſich ertränken wollte.“ Dieſer Umſtand ſchien der von dem Schreiber er⸗
zählten Anekdote zu widerſprechen, aber er umging die Schwierigkeit.
„Da der Kleine ſich, um den Stockſchlägen zu


