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ſein Patron ganz kürzlich fortgeſchickt hatte. Dieſer Burſche, eine Art Landſtutzer, war der Zielpunkt aller Dorfkoquetterien. Er hatte Adeline in der Kirche be⸗ merkt, wohin er am Sonntag ausdrücklich ihr zu lieb ging, auf den Dorffeſten der Umgegend, wohin der Holzſchuhmacher ſeine Tochter führte, und ihr ziemlich grob begreiflich zu machen verſucht, daß er ſie bemerkte. Adeline hatte nicht begreifen wollen, der Schreiber in⸗ deſſen, der Herr Julien hieß— in der ganzen Gegend ſagte man,„der ſchöne Herr Julien“— die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Adeline war im Dorfe das ein⸗ zige Mädchen, das wie ein Fräulein(Demoiſelle) aus⸗ ſahß er ſelbſt der einzige Mann, der das Aeußere eines Herrn(Monſieur) hatte. Nach der Vorſtellung des Schreibers mußte ſein weißer Kaſtorhut und ſein ſchwarzer Rock eine unwiderſtehliche Anziehungskraft für Adelinens Strohhut und ſeidenes Kleid haben.
Eines Tags, es war am Feſte von Montigny, forderte Herr Julien Adeline zum Tanz auf. Trotz des Widerwillens, den der Schreiber ihr einflößte, hatte
das Mädchen es angenommen; aber als der ſchöne
Schreiber ſich erlaubte, ſie feſter um den Leib zu faſſen und ihr die Hände mehr zu drücken, als für die Figur des Tanzes gerade nöthig war, hatte ſie ihn mitten in der Tour ſtehen laſſen, während er unter den platten Witzen der Quadrille die etwas kecken Sprünge und Knnſtſtücke nach dem Muſter der Pariſer Bälle vollzog. Zudem konnte, da ſeine Aufmerkſamkeiten für die Toch⸗ ter des Holzſchuhmachers die andern Mädchen, auf die er nicht mehr achtete, beleidigt hatten, der ſchöne Herr Julien keine einzige Tänzerin mehr finden. Dieſe öffentliche Kränkung hatte ſeine Eigenliebe gereizt, und er bewahrte einen Groll auf Adeline. Dieß war die Perſon, welche plötzlich ſich in die Beſchuldigungen miſchte, die der Holzſchuhmacher eben gegen ſich aufzu⸗ regen im Zug war.


