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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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ſtellen ſollen. Wer weiß? Er liebt Dich vielleicht nicht, weil ihm unbekannt iſt, daß Du ihn liebſt.“

„Welche Probe?“ fragte Adeline.

„Höre,“ ſprach Cécile zu ihr,„es iſt noch nicht zu ſpät, dieſe Probe zu verſuchen. Herr Lazare fragte Dich vorhin, ob Du wünſcheſt, daß er es übernehme, Zephyr eines Tags würdig zu machen, Dein Gatte zu werden: geh, ſag ihm ja und gib ihm zu verſtehen, wenn Du nicht auf der Stelle geantwortet habeſt, ſo ſeie es nur deßhalb geſchehen, weil Du durch mich ge⸗ nirt wareſt. Geh, ich will auf Dich warten. Beobachte die Wirkung, welche Deine Worte bei Herrn Lazare hervorbringen; Du wirſt mir davon Rechenſchaft ab⸗ legen. Du begreifſt nichts von dieſem Manveupre, unſchuldiges Kind! Das nennt man Coquetterie. Ent⸗ weder weiß Lazare, daß Du ihn Riebſtins

„Wie ſollte er es wiſſen?“ fragte Adeline.„Ich habe es ihm nie geſagt.“

„Ei! meine Liebe“ rief Cécile,„Du balſamirſt die Liebe ein.“ Und ſie ſtieß ihre Freundin in der Rich⸗

tung fort, in der ſie Lazare wahrgenommen hatten.

Adeline war hingegangen, in der Abſicht, den Rath zu befolgen; aber da ſie bei Lazare angekommen war, fehlte es ihr an Muth.

„Der tauſend! Sie ſind es, allerliebſte Adeline!“ rief der Künſtler, ziemlich erſtaunt, ſie allein zu ſehen. Wo iſt denn Ihre Freundin?“

„Ich habe ſie einen Angenblick verlaſſen, ausdrück⸗ lich nur mit Ihnen zu ſprechen.“ „Mit mir!“ fragte der Künſtler.

„Herr Lazare,“ fuhr Adeline ſehr ſchnell fort,„Sie ſind dieſen Morgen, ohne Ihre ledernen Kamaſchen an⸗ zulegen, in den Wald gegangen; das iſt ſehr unklug. Da es dieſes Jahr ſo heiß iſt, gibt es viel Vipern. Vergangene Woche iſt erſt ein Lattenſpalter gebiſſen worden, er hat daran ſterben müſſen. Nehmen Sie ſich