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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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empfindet,— mich doppelt für ihn intereſſirt und mir vorgenommen hatte, ihm bei dieſer doppelten Richtung ſeines Ehrgeizes behülflich zu ſein. Adeline, mein Lieb⸗ chen, befragen Sie Ihr kleines Herz: Sie ſind ein an⸗ betungswürdiges Kind, reich begabt mit herrlichen Eigenſchaften, Niemand wird Sie mehr lieben, als dieſes arme Geſchöpf, für welches Sie eine Offenbarung menſchlicher Güte geweſen, für welches Sie ein Grund zu leben und ein Grund zu ſterben geweſen ſind. Wollen Sie, daß ich darauf hinarbeite, alle die Un⸗ gleichheiten, die Sie und ihn trennen, verſchwinden zu laſſen? Wollen Sie, daß ich Ihnen denſelben mit dem Verſtand nahe bringe, wie er ſich Ihnen ſchon mit dem Herzen genähert hat? Kurz, wollen Sie mir wieder⸗ holen, was Madame dieſen Angenblick ſagte:— Machen Sie denſelben meiner würdig? Ich ſchwöre Ihnen, daß ich Zephyr jene Sorgfalt und Freundſchaft erwei⸗ ſen werde, die man für einen Bruder hat, wäre es nicht ſchon, um mir eines Tags das Recht zu erwer⸗ ben, Sie ſelbſt wie eine Schweſter zu lieben.“ Während Lazare alſo ſprach, bemerkte Cecile, welche Adelinens Hand in der ihrigen hielt, daß dieſe Hand eiſig wurde. Seien Sie ſtill, mein Herr,“ ſagte Cécile mit leiſer Stimme,„es wird ihr unwohl.“ Und die junge Frau zog ihre Freundin ganz taumelnd mit ſich fort. „Dummkopf, doppelter Dummkopf, der ich bin!“ murmelte Lazare, da er allein warz„ich hatte vergeſ⸗ ſen, daß dieſe Kleine mich liebt; jedes meiner Worte mußte ihr Herz verwunden. Nun wohl! beſtimmt,“ ſetzte er, träge auf einen Henuſchober ſinkend, hinzu, „ich fange an zu beſorgen, die Heirath Zephyrs liegt im Reiche Utopia.“ Lazare war von reizbarer Organiſation; aber da er eine große Willenskraft beſaß, hatte er es dahin ge⸗ bracht, ſeine Bewegungen in Schranken zu halten. Jede