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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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Die Augen des Holzſchuhmachers richteten ſich auf den Griff des Knüttels. Die Handhabe, völlig aus dem Groben gearbeitet, ſtellte zwei in einander ge⸗ rollte Schlangen dar. So raſch dieſer Entwurf auch ausgeführt worden, war doch das erzielte Reſultat nichts Gewöhnliches. Die Verwicklung der beiden Reptilien hatte auf den erſten Anblick etwas Furchtbares und war von faſt beängſtigender Wahrheit.

„Ei, ja wohl!“ ſagte Protat,„das iſt hübſch.“ Und er drehte ſich nach Zephyr um, mit dem er nun in einem bereits beſänftigten Tone redete.

„Das iſt nicht allein hübſch,“ antwortete Cécile, welche die improviſirte Arbeit unterſucht hatte,„das iſt ein kleines Meiſterſtück, und um das in ſo kurzer Zeit machen zu können, muß Ihr Lehrling ein wahr⸗ hafter Künſtler ſein.“

„Bah!,“ erwiederte der Holzſchuhmacher,„wozu kann das nützen?“

Adeline, die nun ihrerſeits Zephyrs Werk mit naiver Bewunderung betrachtete, unterbrach ihren Va⸗ ter:„Alles, was ſchön iſt, iſt in gewiſſer Art auch nütz⸗ lich; aber viele nützliche Dinge ſind keineswegs ſchön,“ ſagte das Mädchen.

Bekomplimentirt von Jedermann, ſelbſt von ſeinem Meiſter, den ſeine Tochter gezwungen, dem Angenſchein ſich zu fügen, geſchmeichelt von Cécile, die unter ihre Lobſprüche den Reiz jener weiblichen Liebkoſungen miſchte, welche einen ſo großen Einfluß auf die Eigen⸗ liebe ausüben, ſah Zephyr ſich zum zweiten Male an dieſem Tage der Beſtürmung des Stolzes ausgeſetzt. Während Lazare dem Holzſchuhmacher erklärte, daß es im Intereſſe des jungen Burſchen nothwendig wäre, nach Paris zu ziehen, und beizufügen Sorge trug, daß Zephyr keine Ausgaben deßhalb zu machen hätte, be⸗ rauſchte ſich der Lehrling, deſſen Einbildungskraft vor⸗

auseilte, in den Tönen jener Worte, die ihm eine Zu⸗

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