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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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Protat, der vorſichtig eine alte, für große Tage auf⸗ bewahrte Flaſche Wein entpfropfte, dachte Lazare, der Lehrling würde nicht übel aufgenommen werden; er machte ihm alſo ein Zeichen, näher zu treten.

„Vater Protat,“ ſagte der Maler zu dem Holz⸗ ſchuhmacher, der ſo ſaß, daß er ſeinen Lehrling nicht ſehen konnte,„ich habe mir erlaubt, Zephyr Hoffnung zu machen, daß er etwas vom Deſſert bekäme, und da iſt er ſelbſt, mich an mein Verſprechen zu mahnen.

Protat drehte raſch den Kopf um, runzelte die Augenbraunen und rief, den jungen Burſchen mit einer ſchon nahe an Zorn greuzenden Strenge betrach⸗ tend:„Ha! da biſt Du, kleiner Taugenichts; wir ha⸗ ben noch ſeit dieſem Morgen eine Rechnung mit einan⸗ der abzumachen.“

Und indem er haſtig vom Tiſch aufſtand, nahm er den Lehrling am Kragen und zog ihn raſch in den Garten. Cécile, Adeline und Lazare blieben allein zu⸗ rück und ſahen einander an, höchlich erſtaunt über die⸗ ſes plötzliche Verſchwinden.

„Was gibt es denn wieder?“ fragte Lazare.

„Was hat denn dieſer arme Junge gethan?“ ſetzte Cecile hinzu.

Ich weiß es nicht,“ antwortete Adeline mit unbe⸗ ſtimmter Unruhe.

In demſelben Angenblick öffnete ſich die Thüre, Zephyr kam zurück und flüchtete ſich ſchnell in Laza⸗ re's Nähe. Hinter dem Lehrling kam der Holzſchuh⸗ macher. Alles war aufgeſtanden,

„Herr Lazare!“ rief Zephyr, den Künſtler beim Arm faſſend.

„Nun!“ fragte dieſer,„was willſt Du von mir?“

Der junge Burſche ſchien eine Beute großer Auf⸗ regung; er zitterte am ganzen Körper, ſeine Lippen

Murger, Adeline Protat. 15