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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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mal genöthigt fand, ſelbſt jetzt, um ihr zu antworten, die Sprache, die er bisher ihr gegenüber gewöhnlich angewendet hatte, zu modificiren. Als der alte Protat hörte, wie ſeine Tochter wechſelsweiſe mit Cécile und Lazare ſprach, ohne je zu zaudern, ohne Affectivn und Pedanterie antwortete, ſtatt ſich durch Einreden auf⸗ halten zu laſſen, ſie im Gegentheil herauszufordern ſchien, und am Ende die Widerſprechenden auf die Seite ihrer eigenen Ueberzeugung brachte, ſchwamm er in einem Meer von Entzücken. Selbſt Madelon, die zur Bedienung dawar, hielt bisweilen ganz verduzt inne, wenn ſie die ſchönen Sachen vernahm, welche ihre Herrin redete. Protat lehnte ſich dann auf ſeinen Stuhl znrück und gegen die unbewegliche Magd mit dem Finger auf Adelinen deutend, ſchien er ihr mit blinzelnden Augen zu ſagen: ſie ſpricht! ſie dennoch! Einmal beging Lazare bei einer hiſtoriſchen Erörterung bezüglich eines benachbarten Denkmals einen Verſtoß in dem Datum, der von Adeline gehoben wurde. Der Künſtler gab ſeinen Irrthum zu und äußerte ſeinen Beifall über die Berichtigung. Dieſe dem Wiſſen ſei⸗ ner Tochter dargebrachte Huldigung machte das Maß ſeines Stolzes bei dem Holzſchuhmacher voll. Er zog den Künſtler zu ſich heran und ſagte ihm ganz leiſe ins Ohr:„Nun, was wollen Sie? Sind wir nicht ſtark?“

Als man zum Deſſert gekommen war, und im Au⸗ genblick, da Madelon den ſchönen, goldgelben Kuchen auf den Tiſch ſtellte, den Zephyrs leckerhafte Lüſtern⸗ heit errathen hatte, erſchien der Lehrling ſelbſt, nach⸗ dem er mit Lazare's Auszug fertig war, auf der Schwelle des Speiſezimmers. Dem Künſtler auf den Kuchen deutend, den er gerade zu zerſchneiden im Begriff war, ſchien Zephyr mit einem ausdrucksvollen Blick ihm ſein Verſprechen ins Gedächtniß zurückzurufen. Da er ſah, daß Jedermann guter Laune war, beſonders der alte