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Europa, hatte ſie ſich über verſchiedene Schulen und Meiſter nicht im Tone des traditionellen Sprachgebrauchs erklärt, und ihre Bewunderung äußerte ſich anders, als in den aus einem Wörterbuch künſtleriſcher Gemeinplätze entlehnten Formen. Lazare fand in ihren Urtheilen eine Uebereinſtimmung des Geſchmacks mit ſeinem eige⸗ nen; er war erſtaunt, einer Fran zu begegnen, die er ſich als frivol und unfähig von etwas anderem, als Lappalien*) zu ſprechen gedacht hatte, und die nun in ihre faſt ernſt gewordenen Erörterungen Urtheile ein⸗ fließen ließ, die er um ſo verſtändiger fand, je voll⸗ ſie mit ſeinen eigenen Ideen in Einklang anden.
Während Lazare auf dieſe Weiſe ſich mit Frau von Livry unterhielt, ſchien Adeline etwas verdrießlich, ſich bei einem Geſpräch, wo man ein wenig abſtrakte Dinge verhandelte, bei Seite geſetzt zu ſehen. Cécile bemerkte es und leitete geſchickt das Geplauder auf Ge⸗ genſtände zurück, die ihrer Geſellſchafterin erlaubten, ſich daran zu betheiligen. Da ſie den Schatz von Ade⸗ linens Wiſſens kannte, gab ſie ihr gefällig das Stich⸗ wort an, damit ſie daſſelbe zeigen könnte. Die Toch⸗ ter des Holzſchuhmachers ſteilte ſich jetzt Lazare unter einem Geſichtspunkte dar, der ihm bis jetzt entgangen war. Adeline war nicht, wofür er ſie bisher genommen hatte, ein zufälliger Weiſe mit einem Firniß von Bil⸗ dung überfahrenes Bauernkind; ſie hatte ſich nicht blos an den Buchſtaben deſſen, was man ihr beigebracht, gehalten; ihr eifriges Wiſſen war auch in den Geiſt eingedrungen. Die Aufmerkſamkeit, die ſie jetzt, da die Reihe an ihr war, erregte, belebte ſofort das Mädchen noch mehr, das vor Vergnügen erröthete, als ſie das Erſtaunen des Künſtlers darüber ſah, der ſich auf ein⸗
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Chiffons Lumpen.


