Druckschrift 
Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

219

kann annehmen, daß Herr Lazare wohl bis dahin zu⸗ rück ſein wird.“

„Wenn er noch nicht da iſt, wird man nicht auf ihn warten.“

„Nicht auf Herrn Lazare warten?“ rief Madelon mit höchlich erſtaunter Miene; aber auf einen raſchen Blick, den ihre junge Herrin ihr zuwarf, zog ſie ſich zurück, ohne einen andern Commentar beizufügen. Mit Adelinen allein geblieben, machte die Freundin ihr ſanfte Vorwürfe über ihre kleine Lüge.„Sieh, da iſt ſchon Jemand, der meinetwegen ſich genirt finden wird.“

„Wer denn?“ fragte Adeline.

„Nun, die Perſon, von der Du ſpracheſt.“

„Ah! der Koſtgänger?“

Ja! der... Herr, nun wie heißt er?.. ein ziemlich hübſcher Name.“

„Findeſt Du?“ ſagte Adeline.

„Und Du nicht auch?“ fuhr Cécile lächelnd fort.

Als das Geplauder eine andere Richtung nahm, wurde es durch das Geräuſch von Schritten und Stim⸗

men, die man am Fuß der Treppe hörte, unterbrochen: es war Lazare, der in Zephyrs Begleitung heimkehrte. Protat hatte ſich entſchloſſen, dem Künſtler die Ver⸗ legenheit, in der er ſich wegen des Logis' befand, aus⸗ einanderzuſetzen. Lazare äußerte keine Einwendung dagegen.

„Gut,“ antwortete er auf die Entſchuldigungen des Holzſchuhmachers,„ich werde mein Nachtlager im Weißen Hauſe nehmen und, wenn es Ihnen beque⸗ mer iſt, auch daſelbſt ſpeiſen.“

Ah! das iſt nicht nöthig,“ ſagte Protat.„Ich danke Ihnen ſehr für Ihre Gefälligkeit, Herr Lazare.“ Und er ſtieg, entzückt über den Ausgang ſeines Ge⸗ ſchäfts, die Treppe wieder hinunter.

Als der Künſtler in ſein Zimmer trat, fand er daſelbſt die Cécile angehörigen Gegenſtände, die Ma⸗