38
Als der Förſter ſchloß, zog ſich die Tabakskrämerin, Erklärungen vorausſehend, an denen ſie ſich nicht zu be⸗ theiligen wünſchte, aus der Gruppe zurück und begab ſich in's Haus.
„Niemand iſt raſend, als Sie,“ rief von Neuem Mutter Madelon, den Förſter, der gehen wollte, zurück⸗ haltend.„Noch dieſen Morgen war Corporal, was er immer geweſen, harmlos wie ein Lamm. Wenn man ihn angegriffen, hat er ſich vertheidigt und daran recht gethan. Was die Furcht vor dem Waſſer betrifft, ſo fürchtet er ſich ebenſo wenig davor, wie Sie vor dem Schoppen, und zum Beweis dient, daß Corporal noch vor nicht zwei Stunden, da er mit dem kleinen Knaben des Mül⸗ lers ſpielte, ins Waſſer geſprungen iſt, um den Bauſch, den das Kind fallen ließ, herauszuholen.
„Das iſt wahr,“ ſagte ein Mühlenjunge, der ſich auf dem Platze befand.
„Mein armer Hund war nur krank vor Alter,“ er⸗
wiederte die Alte, deren Verzweiflung im Zunehmen war, aber dieſe Krankheit würde ihm geſtattet haben, noch einige Zeit am Leben zu bleiben, um mir Geſellſchaft zu leiſten. Warum habt Ibr ihn tödten laſſen, wie ein bös⸗ artiges Thier? Er hat Euch nie etwas zu leide gethan; er beluſtigte Eure kleinen Kinder und zeigte ſich dankbar, wenn Ihr ihm einen Knochen oder ein Stück hartes Brod hinwarft; zudem hütete er ſeit fünfzehn Jahren Eure Kühe. Ein Thier iſt nur ein Thier; aber wenn es nützlich geweſen, kann man ſich daran erinnern und bei Gelegenheit Mitleid mit ihm haben. Wäre er wirklich krank geweſen, hätte ich ihn zu einem Thierarzt von
Fontainebleau geführt, von dem er mir geheilt worden
wäre. Das hätte vielleicht viel gekoſtet; aber ich habe Geld von ihm.“
Und während dieſe naive Entdeckung einigen Zu⸗ ſchauern ein grobes Gelächter entlockte war Mutter Ma⸗
*


