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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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in einer Blutlache ſchwimmend. Da ſie ihn in dieſem Zuſtande ſah, ſtieß die arme Frau ein herzzerreißendes Geſchrei aus; ſie wollte ſich dem Sterbenden nähern, der ſie immer mit den Augen herbeizurufen ſchien; aber der Förſter hielt ſie eifrig zurück.

„Mutter Madelon,“ ſagte er zu ihr mit traurigem Ton, der Verluſt Ihres Hundes muß Sie betrüben, das begreife ich, aber ſein Tod war nothwendig geworden, ſchwerem Unglück vorzubengen. Corporal iſt wütbend; ich habe ihn dieſem Angenblick mit einem Flintenſchuß ge⸗ tödtet. Er iſt nicht ganz todt, aber man wird ihm den Garaus machen.“

Der Förſter nahm die alte Frau am Arm und ver⸗ ſuchte ſie wegzuführen. Mutter Madelon widerſetzte ſich hartnäckig.

„Corporal wüthend!“ rief ſie,„wer hat Ihnen das weiß machen können?“

„Aber,“ antwortete der Förſter,„die Symptome, die Sie an ihm bemerkt haben, mußten Ihnen Beſorgniß vor ihm erregen.“

„Wie?“ erwiederte Mutter Madelon lebhaft,„ich weiß nicht, was Sie ſagen wollen.“

„Ei,“ erwiederte barſch der Förſter,„Sie wußten genug davon, um zu errathen, was für eine Krankheit ein Hund haben kann, der ſich vor dem Waſſer ſcheut, beſonders in dieſer Jahreszeit. Sie haben ſogar unklug gethan, daß Sie ihn nicht gleich bei den erſten beunruhi⸗ genden Zeichen zum Thierarzt geführt haben. Sie ſetzten Jedermann einem ſchrecklichen Uebel aus, ohne darauf zu rechnen, daß Sie das erſte Opfer hätten ſein können. Kurz, Ihr Hund hat ſich plötzlich, wie wüthend, auf den der Hirtin geworfen; man hat mir geſagt, er ſeie raſend, er ſah ganz ſo aus, ich habe alle beide niederſchießen müſſen. Hätte mein Dachs Finaud, an dem ich ebenſo hänge, wie Sie an Corporal, ſich in demſelben Fall be⸗ funden, er wäre ohne Mitleid von meiner Hand gefallen.“