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Im Laufe eines Aufenthalts von neun Jahren zu
Montigny, während deſſen Mutter Madelon fortwäh⸗ rend die Kühe nach der Schlaſſtätte getrieben hatte, deponirte ſie allmälig bei Meiſter Gusrin dem Notar mehrere Summen, die mit den Anlegungs⸗Zinſen zuletzt ein Kapital von achtzehnhundert Franks ausmachten. Das war ſchon viel für ſie, aber doch fand ſie es noch nicht genug. Ihr Traum ging dahin, hundert Franks
Rente zuſammenzubringen. Mit dieſen drei Ziffern ge⸗
dachte ſie, nüchtern wie ſie war und mit wenigem zufrieden, ſich der Ruhe für die Tage zu verſi⸗ chern, die ihr Gott zum Lohne für die Reſignation, mit der ſie die Noth vergangener Zeiten getragen hatte, noch ſchenken würde. Mit einer Beharrlichkeit, die bei alten Leuten, wenn ſie ſich an eine Vorſtellung anklam⸗ mern, gewöhnlich iſt, wollte ſie ihre Funktionen nicht aufgeben, ehe ſie die letzte Null des beſcheidenen Schatzes, nach deſſen Beſitz ſie gelüſtete, voll gemacht hatte. Doch gab es Tage, wo ſie gerne in ihrem Häus⸗ chen eingeſchloſſen geblieben wäre, ſtatt das Vieh auf die Weide zu führen; aber die hundert Franks Rente waren ihr Traum, und ſie wollte durchaus, daß ſie zu einer Wirklichkeit würden. Was Corporal betraf, ſo machte
er ſich gleichfalls alt und gebrechlich; ſeine Haare wur⸗
den weiß und dünn. Er fing an, ſeine langen, tägli⸗ chen Gänge beſchwerlich zu finden. Sein Athem wurde
kurz, ſein Gehör weniger ſcharf; ſeine Raſe ſchwächer.
Wenn er in der Marketenderſchenke Dienſt hatte, begeg⸗ nete es ihm zuweilen, daß er ſeine Kundſchaft warten ließ. Wenn er den Fremdenführer machte, verlor er ſein Gedächtniß, täuſchte ſich im Weg und leitete die Perſonen, die ihm anvertrant waren, irre. Er vergaß die belnſtigenden Künſte, in denen er ehedem ſich aus⸗ gezeichnet hatte. Wenn ein Künſtler ihn aufforderte, mit ſeinem Malerſtock zu exerciren, blieb Corporal verduzt, wie ein friſcher Rekrut, den man in zwölf Tempo's zum


