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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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zunehmen. Zuerſt ließ ſie die geringe Strohbedachung ihrer Hütte durch Ziegel erſetzen, da Regen und Wind Zutritt in dieſelbe hatten. Eines Tags erwarb ſie ſich einige Klafter Feldes um ihre Wohnung herum und pflanzte daſelbſt Küchenkräuter. Ein andermal wurde das einzige Zimmer ihres Häuschens mit einem wirklichen Bett aus⸗ geſtattet, das die Stelle des Strohſacks von Farnkraut einnahm. Langſam, ſehr langſam, Dank den ökonomi⸗ ſchen Combinationen, die nur Leuten bekannt ſind, die lange Zeit in der Enthaltung von Dingen ſich geübt ha⸗ ben, die man als eine erſte Nothwendigkeit zu betrach⸗ ten pflegt, ſchuf Mutter Madelon einen Schein von Wohlſtand um ſich. Endlich, ungefähr drei Jahre nach ibrer Ankunft im Dorfe, begab ſie ſich zum Notar von Montiguy und bat ihn, eine Summe von hundert Tha⸗ lern, die ſie ihm in einem ledernen Sack brachte, in Verwahrung zu nehmen und, wie er es verſtände, um⸗ zutreiben. Dieſe Anlegung von Fonds, durch einen der Schreiber des Notars in der Schenke zum Weißen Hauſe, dem einzigen Kafé der Gegend, ausgeſchwazt, wurde bald weit und breit bekannt, und vier Wochen lang ſprach man in den Lichtkärzen von Nichts als da⸗ von; aber da im Ganzen genommen der Urſprung die⸗ ſes kleinen Vermögens ſeine natürliche Erklärung in dem Ertrag fand, den Mutter Madelon aus der Betreibung ihrer Feldwirthſchaft bezog, hörte man endlich, nachdem genug von ihren hundert Thalern geſprochen worden war, auch damit auf. Allein die gute Frau gewann dadurch eine Art von Achtung, welche ſich auf dem Dorfe vielleicht mehr als in der Stadt an alle Beſitzen⸗ den knüpft. Die Leute von Montigny bezeigten ſich im freien Verkehr freundſchaftlicher gegen ſie und dieſe Be⸗ weiſe von Rückſichten, die ihr nen waren, erſtreckten ſich auch in ihrer Wirkung auf Corporal, indem ihm Auf⸗ merkſamkeiten zu Theil wurden, die er hinnahm, ohne den Grund davon zu ahnen.