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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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Angriff commandiren würde. Das ſeiner Sorgfalt an⸗ vertraute Vieh litt unter der Abnahme ſeiner Naturtriebe. Seine ſchläfrige Wachſamkeit bemerkte nicht mehr die Seitenſprünge der jungen Kalben, die nach den gefähr⸗ lichen Felſenhängen gezogen wurden, wo ſie die Ziegen den Gaisklee abweiden ſahen. Er wußte nicht mehr die Zahl der Thiere, über die er die Wache hatte, und es traf ſich oft, daß die Sackpfeiſe der Mutter Madelon das Signal zur Rückkehr nach den Ställen gab, ohne daß Corporal es bemerkte, wenn eine Kuh beim Appell fehlte. Dann mußte die Hirtin ſelbſt nach dem Thier ſuchen, das ſich verlaufen hatte und für das ſie verant⸗ wortlich war. Kurz, Corporal unterlag dem allgemei⸗ nen Geſetz der Natur, ſein Wille, zu nützen, wurde nach und nach ſchwächer unter der Laſt des Alters. Er em⸗ pfand das gebieteriſche Bedürfniß der Ruhe, ſo noth⸗

wendig für alle Weſen, die ihrem Ende ſich nähern. Auch ſchalt ihn Mutter Madelon, wenn ſie ihn über einem Fehler überraſchte, niemals aus: ſie begriff, daß der geringſte Vorwurf Unrecht wäre, und ein hartes Wort das gelehrige Thier, das immer mehr als ſeine Schul⸗ digkeit gethan hatte, verletzt haben würde. Sie liebkoſte es im Gegentheil noch mehr und unterhielt ſich mit ihm, als hätte es ſie verſtehen können, über die friedliche Exi⸗ ſtenz, deren ſie nächſtens mit einander ſich zu erfrenen haben würden, denn Mutter Madelon hielt in Gedanken dafür, daß am Tage, da ſie den letzten Son zu den zwanzig Thalern Rente gewonnen haben würde, wenig⸗ ſtens die Hälfte davon das legitime Eigenthum Corpo⸗ rals ſein ſollte.

Dieſer herrliche Tag kam endlich an. Der Notar verkündigte ſeiner Clientin, daß die bei ihm auf dem Amte deponirte Summe jetzt volle zweitauſend Franks betrage.

„Wünſchen Sie ihr Geld zurückzunehmen?“ fragte

5 ſie Meiſter Gusrin.