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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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wäre, ſeine Autorität ſo völlig an ein Kind abzutreten, und daß dieſe Schwäche, die er an den Tag legte, in der Folge ſeiner Tochter ſchädlich werden, und ihm ſelbſt Reue verurſachen könnte. Zu dieſen klugen Warnungen ſchüttelte der alte Protat verneinend ſeinen graulichen Kopf und antwortete mit Stolz, ſeine Tochter wäre zu gut erzogen, um je irgend etwas zu begehren, was er nach ſeiner Vaterpflicht ihr abſchlagen müßte. Das iſt gleich, erwiederte Lazare, nun ſeinerſeits den Kopf ſchüt⸗ telnd, was ich geſagt habe, habe ich geſagt: Sie han⸗ deln unüberlegt und ſelbſt die Art, wie Adeline erzogen worden, ſollte, ſtatt Sie ihrethalben zu beruhigen, Ihnen gerade Beſorgniß erregen. Der Holzſchuhmacher, der über dieſes Kapitel nicht gerne Einwendungen duldete, antwortete gewöhnlich auf eine Weiſe, die dem jungen Mann begreiflich machte, daß er eine Abneigung dage⸗ gen empfand, ſich widerſprechen zu laſſen.

Während der erſten Augenblicke ſeines Mahles warf ſich Lazare, deſſen Appetit durch eine Reiſe von achtzehn Meilen, denn er kam von Paris her, geſchärft worden war, mit wahrem Heißhunger auf die erſte Schüſſel, die ihm vorgeſetzt worden war. Vater Protat, der ſeinem Gaſt Zeit laſſen wollte, das dringendſte Bedürfniß zu ſtillen, beobachtete Stillſchweigen und hielt ſich etwas entfernt von dem Künſtler, um den ſich Adeline beſchäf⸗ tigte, ſtets dafür ſorgend, daß er abgeſchnittenes Brod neben ſeinem Teller fand, ſein Glas, ſo bald es leer war, wieder auffüllend, und ihm keinen Augenblick ver⸗ gönnend, etwas zu begehren, das er nicht alsbald zur Hand hatte. Dieſe jeder ſervilen Form entkleidete Emſig⸗ keit blieb von dem Gegenſtand derſelben nicht unbemerkt, und von Zeit zu Zeit ließ ſich der Maler eine freund⸗ ſchaftliche Geberde oder ein verbindliches Wort ent⸗ ſchlüpfen, wodurch das Vergnügen des jungen Mädchens, ihm ihre Sorgfalt zu widmen, ſich zu verdoppeln ſchien.

Ein delitieuſer Fiſch das, rief Lazare,und wun⸗