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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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einige Hufen Landes von verſchiedenem Ertrag, die er ganz neben Ausübung ſeiner Profeſſion ſelbſt bewirth⸗ ſchaftete. Unvermögend und ungeſchickt zu Allem, was eine beſchwerliche oder grobe Arbeit ausmachte, hätte Adeline nicht, wie viele Mädchen in ihren Jahren und Verhältniſſen, verſtanden, ein Feld auszujäten, eine Garbe zu binden, oder einen Weinberg zu behacken; ihr Vater war genöthigt, eine alte Nachbarin in Dienſt zu nehmen, welche das grobe Geſchäft im Hauſe beſorgte, wie den Hof zu überwachen, wo einige Dutzend Enten, Hühner und Truthähne herunflatterten, die kleine Mauleſelin zu beſorgen, die Kuh zu melken und das Eſſen zu richten. Adeline hielt blos das Weißzeug im Stand und ſah vor

Allem darauf, daß die größte Sauberkeit im Hauſe herrſchte; ein Stäubchen auf einem Möbel geblieben, ein Waſſertropfen auf den Fußboden verſchüttet, reichte hin, ſie zu beunruhigen, wie ein Hermelin, das ſeinen Balg beſchmutzt ſieht. Auch hätte die alte Madelon, die zu dieſem Zweck unaufhörlich gequält wurde, nach Verfluß einiger Zeit bei einer niederländiſchen Haushälterin zu Ehren kommen können.

So war dieſes Mädchen vielleicht durch die blinde Güte des Vaters gefährlich verzogen, deſſen Zärtlichkeit für ſie eine Sprache und Manieren zu finden wußte, die bei einem Bauern, und beſonders einem Mann über⸗ raſchen mußten, der, wie er, durch eine manchmal faſt zur Brutalität ſich ſteigernde Barſchheit bekannt war. Adeline kannte den Umfang ihres Einfluſſes auf den vä⸗ terlichen Willen wohl, den ein einfaches Wort aus ihrem Munde ſo dehnbar wie Wachs machte; aber zu ihrem Lob muß man ſagen, daß ſie davon keinen Mißbranch machte: im Gegentheil legte ſie eine große Mäßigung in der Ausübung ihrer Herrſchaft an den Tag. Lazare, der durch zwei Jahre Aufenthalts in Hauſe mit dem Vater Protat vertraut geworden war, hatte ihm oft vorgeſtellt, daß es vielleicht unklug von ihm gehandelt