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nähte ſich außerdem ihre Kleider ſelbſt und wußte ſtets zu rechter Zeit einen Meiſterzug der Scheere zu riskiren, welcher dem gemeinſten Kleide die rechte Facon gab. In der Anordnung ihrer Perſon, ihrem Gang, ihrer Haltung und Bewegung, kurz in ihrem ganzen Sein und Thun zeigte dieſes Mädchen, allem Anſchein nach noch Kind, an ſich eine ausgeſuchte Diſtinktion, die ſie mit um ſo größerer Leichtigkeit zu treffen wußte, da ſie durch ihre natürlichen Inſtinkte dazu geführt wurde. Ihre Stimme war, ohne einen Lokal⸗Accent zu verrathen, ſehr ſanft. Sie dehnte dieſelbe zuweilen, wie es von Perſo⸗ nen geſchieht, die ſich ſelbſt gerne reden hören und von andern gehört werden wollen. Es gab gewiſſe an und für ſich unbedeutende Worte, welchen die Art, wie ſie dieſelben ausſprach, einen Reiz verlieh, dem man ſich unterwarf, ohne davon ſich Rechenſchaft geben zu können. Was ihre Sprache betraf, ſo genügte es, ſie nur fünf Minuten ſchwatzen zu hören, um zu errathen. daß es nicht blos den Unterweiſungen des Gemeinde⸗Schulmei⸗ ſters zu verdanken war, wenn ſie mit ebenſo viel Cor⸗ rektheit als Leichtigkeit ſich anszudrücken gelernt hatte. Um mit dem flüchtigen Abriß dieſes Portraits, der ſpäter vervollſtändigt werden ſoll, zu ſchließen, wollen wir unter andern, bei einer rleinen Bäuerin, der Tochter eines Holzſchuhmachers in einem kleinen Dorfe erſtau⸗ nenswerthen Natureigenſchaften noch beifügen, daß Ade⸗ line, wenn auch nicht von Form ſehr reine, wenigſtens genugſam gepflegte Finger hatte, um gegenüber der etwas krankhaften Zartheit ihrer Perſon nicht einen allzu ſchar⸗ fen Contraſt zu machen. Es war offenbar, daß dieſe kleinen Hände von den harten Arbeiten des Landlebens nichts wußten. In der That hatte, aus Gründen, die ſpäter angegeben werden ſollen, und die Erklärung man⸗ cher, in dem Portrait dieſes Mädchens vielleicht befrem⸗ denden Details enthalten werden, Adeline niemals einen Fuß auf die Felder geſetzt, und doch beſaß ihr Vater


