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nei von Entſchuldigungen, aber Lazare unterbrach ihn plötzlich.
„Ei wie!“ ſagte er,„was ſollten Sie ſich ſchämen, mich zum Zengen einer Empfindſamkeit gemacht zu haben, die für Ihr vortreffliches Herz Beweis liefert. Wiſſen Sie nicht, daß es Umſtände gibt, wo es ebenſo ſtrafbar iſt, wenn mon ein gutes Gefühl nicht heraus läßt, als wenn man einen ſchlechten Gedanken zu verheimlichen ſucht?“
„Sie ſprechen gut,“ ſagte der Alte, deſſen Geſicht allmälig wieder ſeinen Ausdruck muntern Humors an⸗ nahm.
„Aber ich werde noch beſſer eſſen,“ erwiederte Lazare, mit dem Meſſer auf ſeinen Teller klopfend.
„Nun, da kömmt gerade Ihr Frühſtück herab,“ ſagte der Holzſchuhmacher. Wirklich ließ ſich ein leichter Schritt, der Eile zu haben ſchien, auf der hölzernen Treppe hören, vermittelſt deren man in den obern Stock ge⸗ langte.
„Komm doch, Kleine,“ rief Vater Protat ſanft, wenn man es ſo nennen darf, ſeiner Tochter zu, die eben am Fuß der Treppe, mit einer Platte in den Hän⸗ den erſchien,„da iſt Herr Lazare, der faſt Hungers ſtirbt.“
„Ei, guten Tag, mein Liebchen,“ ſagte der Künſt⸗ ler, das Mädchen um den Lelb faſſend— und ehe ſie ſich losmachen konnte, wozu ſie übrigens nur einen ſchwachen Verſuch machte, hatte er ſie auf die Stirne geküßt. Dieſe keuſche und vertrauliche Liebkoſung, welche die Gegenwart ihres Vaters zu einer völlig brüderlichen machte, rief dennoch ein lebhaftes Roth anf dem Geſichte der jungen Adeline hervor, und um ihre Verlegenheit zu verbergen, machte ſie ſich ſcheinbar etwas auf dem Tiſche zu ſchaffen, wo Alles an ſeinem Platze war.
Adeline Protat wurde bald achtzehn Jahre alt, und doch hätte man ihr kaum füufzehn gegeben, fo ſehr war ſie nöch in der Entfaltung der Jugendblüthe zurückgeblie⸗ ben. Zart, wie faſt alle die Kinder ſind, deren erſte


