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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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auf dem Geſicht des jungen Burſchen malte. Er gewahrte auch, daß ſeine Augenvon friſchen Thränen geröthet waren.

Ei, mein armer Zephyr, fragte er ihn freundlich, wo haſt Du dieſes Leichengeſicht her? Weißt Du, daß Du mich ziemlich ſchlecht empfangen haſt, als ich ſo eben in Bourron ankam? Als ich vergangenes Jahr abreiſte, weinteſt Du, da Du mich zum Wagen führteſt, und jetzt weinſt Du, da Du mich wieder kommen ſiehſt; das iſt nicht natürlich, mein Junge, Sollteſt Du Kummer ha⸗ ben? Hat Dich Vater Protat vielleicht etwas über Ge⸗ wohnheit geſchlagen? Du mußt doch anfangen, Dich da⸗ ran zu gewöhnen, und ſollteſt ihm deßhalb nicht böſe werden; er hat eine ewas raſche Hand, aber nicht zu ſchwer, und meiſtens liegt, ſelbſt wenn er Dir Eins ver⸗ ſetzt, noch etwas Liebkoſendes darin. Ueberdieß, wenn Du träg biſt wie ein Siebenſchläfer, biſt Du auch kaum weichlicher, als ein Ochſe, und die Schläge rühren Dich nicht viel. Und dann, bedenke, Zephyr, daß wenn der gute Papa Protat immer einen Raſenſtüber auf der Fingerſpitze hat, es viel beſſer iſt, derſelbe fällt auf deine Naſe, als auf das niedliche Angeſicht der allerliebſten Adeline. Nicht wahr, mein Junge? Schlag die Augen ein wenig auf, daß man Dich ſiecht. Du haſt Dich nicht verändert, ſo iſt's, Du haſt immer noch Dein artiges Geſicht, halb Güte, halb Dummheit, etwas tranrig jedoch, auch etwas ermüdet. Ach! fällt mir ein: Du haſt viel⸗ leicht nur zwölf Stunden geſchlafen, und damit iſt Deine Rechnung noch nicht gemacht.

Entſchuldigen Sie, Herr Lazare, ich habe die ganze Nacht nicht geſchlafen, und auch nicht die vorige und vorvorige, antwortete Zephyr mit ſchleppender Stimme.

Es lag in den einfachen Worten ein ſo tief empfun⸗ dener Ton der Betrübniß, daß Lazare nicht umhin konnte, den Bauernjungen mit mehr Aufmerkſamkeit zu betrachten. Dieſer hatte aber, ſobald er die Prüfung, der er ausgeſetzt war, bemerkte, die Augen niedergeſchlagen