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ſten Lorbeeren bereits eingeerntet ſeien. Vielleicht beſſer als irgend Jemand fühlte ſie, daß ihre Kunſt und ihre Schönheit immer in ſo nahem Zuſammenhang mit ein⸗ ander geſtanden, daß ſie als unzertrennlich betrachtet werden konnten. Die Widerwärtigkeiten auf der Künſt⸗ lerlaufbahn wurden daher ein unzweideutiger Beweis dafür, daß auch ihre Schönheit im Rückzug begriffen war. Sie erſchrack vor der unheimlichen Zukunft, die ſich dabei vor ihren Gedanken entwickelte. Sie ſah ſich eines Tags von demſelben Schickſal ergriffen, das ſo eben Leopoldine getroffen hatte. Noch mehr, ſie ſah den Bankerott ihrer eigenen Schönheit. Ach, was konnte alſo ihr noch übriges Leben anders werden, als ein unaufhaltſamer Fall? Von der Höhe, auf der ſie ſich noch behauptete, gähnte ihr ein Abgrund des Elends entgegen. Wie ſchnell konnte ſie nicht denſelben hinab⸗ gleiten! Was an dem einen Tag nur ein Fehltritt genannt wird, heißt am andern ein Laſter.
Bei dieſer Auffaſſung ihrer mißlichen Stellung wurde es ihr klar, daß ſie ſich auf einem Punkt befand, wo ein entſcheidender Bruch geſchehen mußte, wo ihre Rettung nur von einem ganz neuen Lebensplan abhing. Darüber nachgrübelnd flogen ihre Gedanken weit um⸗ her, blieben jedoch immer bei dem Grafen Manfred ſtehen.* Es wäre ſchwer, die Beſchaffenheit des Gefühls näher zu beſtimmen, das ſie an dieſen Mann feſtknüpfte. Man könnte es Liebe nennen, die unter die Vormund⸗ ſchaft des Eigennutzes geſtellt worden, eine Liebe, die, beſtändig dadurch verletzt, daß ſie keine Erwiederung fand, beſtändig auf Rache lauerte und zu gleicher Zeit Zärtlichteit und Erbitterung athmete. Als Pariſina ihm in höherem Grad als irgend einem Andern ihre Gunſt geſchenkt hatte, war dieß mit einer gewiſſen Pro⸗ centberechnung geſchehen. Sie glaubte nämlich, daß ſeine Protection als Theaterdirector ihr vollen Erſatz für ihr Opfer geben würde, aber auch hierin hatte ſie“


