Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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genießen zu können. Nun ja, die Freude iſt ſo gut wie der Knmmer ein Feind des Schlafes. Sie war jetzt ſicherlich ſehr vergnügt?

ch nein, Pariſina war, das iſt ein charakteriſti⸗ ſcher Zug, beinahe niemals vergnügt, wenn ſie ſich allein befand, und die Gedanken, die ſie in dieſer Stunde beſchäftigten, trugen eine ſehr düſtere Farbe. Das Glück verlor für ſie den größten Theil ſeiner Süßigkeit da⸗ durch, daß ſie immer unzufrieden war. Kaum hatte ſie einen Erfolg gewonnen, ſo verlangte ſie auch ſchon mit übertriebenen Forderungen einen neuen, und ihre Triumphe erſchienen ihr immer zu klein. Das Unglück, das den letzteren Theil ihrer öffentlichen Laufbahn we⸗ niger angenehm gemacht, hätte ſie zur Dankbarkeit für das Glück ſtimmen müſſen, das ſich ihr jetzt wieder darbot. Aber dieß war nicht der Fall. Alle Demuth war bereits verſchwunden. Sie maß ihren Sieg nach dem alten Maß, und dieſes erſchien ihr jetzt bei Weitem nicht zureichend. Da ſie von ihrer Kindheit auf ge⸗ nöthigt geweſen war, ihr Publikum genau zu beobachten, ſo hakte ſie ſich in dieſer Beziehung ein ungewöhnliches Feingefühl erworben, und ſie wußte gewöhnlich weit beſſer, als die Zuſchauer ſelbſt, welchen Umſtänden ſie ihren Enthuſiasmus zuzuſchreiben hatte. Ganz D. war der Meinung, daß ſie dieſen Abend einen großen Erfolg gewonnen habe; ſie ſelbſt huldigte einer entgegengeſetz⸗ ten Meinung.

Das iſt noch lange nicht genug; das iſt noch keine feſte Grundlage, ſagte ſie zu ſich ſelbſt.Ich meine, die Menſchen werden mit jedem Jahre matter, ſowohl in ihren Gefühlen als in ihren Fingern. Es liegt jetzt gar zu viel Beſonnenheit in dem Entzücken und gar zu wenig Kraft in dem Händegeklatſche.

Indem ſie ihre Betrachtungen in dieſer Richtung fortſetzte, wurde ſie immer trauriger und kam zuletzt zu dem für ihre ganze Eriſtenz zermalmenden Reſultat, daß ihre beſten Tage für immer verſchwunden, ihre reich⸗