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eine ewige Sünde gegen das Wahre und Schöne zu Schulden kommen laſſen. Du wollteſt einem Gott die⸗ nen, nachdem Du Dich an den Mammon verkauft hatteſt, nachdem Du die Srlavin der Welt geworden warſt. Das Publikum hat ſo eben ein hartes, aber gerechtes Urtheil über Dich gefällt. Ahnſt Du wohl, von welchen Lippen der erſte Pfiff ertönte 2... Leo⸗ poldine, er kam von den meinigen. Hörſt Du, Kind, ich war es, der Dich aus der Welt der Kunſt in die Verbannung hinaustrieb.
„Ach, ich möchte ganz ſo ſtreng ſein, wie ich es in dieſem Augenblick ſein konnte, aber in meiner alten Bruſt erhebt ſich noch eine bittende Stimme für Dich. Ich habe nicht das Herz, mich kalt von Deinem Un⸗ glück abzuwenden. Eine verführeriſche Hoffnung ſpielt wie ein liebenswürdiges Kind mit meinen in Trauer verſenkten Gefühlen. Komm, Leopoldine, noch iſt es vielleicht Zeit für Dich, auf Deinen rechten Weg zu⸗ rückzukehren, noch einmal wird vielleicht Dein Genie den Staub von ſeinen Flügeln zu ſchütteln vermögen, noch einmal wird vielleicht Dein Schönheitsgefühl durch eine veredelte Liebe zur Kunſt geläutert werden; der Funke iſt noch nicht erloſchen, das will ich glauben, er glüht, obwohl unter der Aſche verborgen. Eile, zer⸗ brich die Ketten, die Dich binden, reiß Dich von Maxi⸗ milian los und komm zu mir. Ja, Leopoldine, komm, wenn auch nur um Deine Fehltritte zu beweinen, um dereinſt mit Gewiſſensfrieden ſterben zu können.
„Ich hätte Dir dieſes Alles gern mündlich ſagen mögen, aber ich bin meiner Kräfte ungewiß; ich glaube, nicht Ruhe, nicht Muth genug zu beſitzen zu einem Wiederſehen mit meinen Kindern.“
Dieſe Zeilen wurden von heißen Thränen aus Leo⸗ poldinen's Augen befeuchtet. Sie war gerührt von der Zärtlichkeit und dem Leiden, die ſich auch in den ſtren⸗ gen Vorwürfen verriethen. Aber ſie bedurfte keiner langen Ueberlegung, um ihren Entſchluß zu faſſen.


