Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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leichtſinnig werden. Dagegen gibt es andere Naturen, die ſich langſamer zum Kampfe rüſten, aber wenn ſie die Arena einmal betreten haben, auch in der Stunde der Gefahr ihre Faſſung beibehalten. Und obſchon man nicht ohne Grund gegen die Beharrlichkeit des Weibes im Allgemeinen ſtrenge Bemerkungen macht, ſo geſchieht es doch noch heutigen Tags, daß, wenn der Mann, dieſer geborene Held, vor einem bitteren Schickſal zu⸗ rückſchaudert, die Frau ruhig, wie einſt Arria im Ge⸗ fängniß ihres Mannes, daſteht, ſich den Dolch in's Herz bohrt und aufmunternd ſagt:

Siehſt Du, es thut nicht ſo weh.

Etwas von dieſer Beherztheit ſchwellte jetzt auch Leopoldinen's Bruſt.

Eine Stunde nach ihrer Heimkehr erhielt ſie einen Brief. Ey war von Michael Lambert der Alte ſchrieb:

Armes Kind!

Welchen Kummer haſt Du mir nicht bereitet!... Was ich in dieſem Augenblick empfand, kannſt Du nicht begreifen; es iſt Zorn, es iſt Verachtung, es iſt Liebe und Schmerz.. Meine finſteren Ahnungen haben eine traurige Erfüllung gefunden. Marximilian hat jetzt, nachdem er ſeine eigenen guten Gaben mit Füßen getreten, auch Deine einſt ſo reiche Seele ausgeplündert. Auch Du wurdeſt ein Opfer der Verwirrung Deines Herzens, Du beſaßeſt nicht die Kraft, eine Entſagung zu wagen, um ein großes Ziel zu erreichen. Nichts iſt gewöhnlicher hier im Leben; Du wurdeſt Deinem Be⸗ ruf untreu und Deine Strafe iſt verdient. Schiebe die Schuld nicht auf zufälliges Mißgeſchick; glaube nicht, daß Intriguen Deinen Fall bereitet haben. Nein, der Fehler liegt ganz allein an Dir ſelbſt, an Deiner Schwach⸗ heit für die Verlockungen der Welt, an der Verwir⸗ rung Deines Herzens in Bezug auf das, was unſer beſtes Glück ausmacht. Dein Auftreten heute Abend war eine Beleidigung gegen die Kunſt; Du haſt Dir