Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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Beſten gegeben, aber tauſend Lippen bewegten ſich zum Ruhm der Tänzerin. Welche Anmuth! welche Geſchmeidigkeit!... welche Augen!. welche Beinel dergleichen Aus⸗

rufungen hörte man von allen Seiten.

Levpoldine war inzwiſchen mit ihrem Mann nach Hauſe zurückgekehrt. Als ſie jetzt allein beiſammen waren und ungeſtört ihr ungiück in Betracht ʒie⸗ hen konnten, welch' eine Stunde des Schmerzes!.. Doch nein, nicht bloß eine Stunde; wohin ſie ihre

Blicke wandten, trat ihnen überall eine ganze Zukunft voll Sorgen, Schimpf und Bekümmerniſſen entgegen.

Verzeihe mir, ſtammelte Leopoldine,ich habe gethan, was ich konnte, aber es war, wie ich fürchtete, mein Genius hat mich verlaſſen... Verzeih' mir, Maximilian, und liebe mich dennoe

Aber von ihm ſelbſt hatte ſie keinen Troſt zu er⸗ warten.. Ich bin der Verbrecher, antwortete er mit bitte⸗

rem Selbſtvorwurf,ich, ich ſelbſt bin es, der unſer Unglück geſchaffen hat wir müſſen fliehen, wir müſſen fort von hier; aber wohin? Ach, auf der ganzen weiten Welt werden wir keine friedliche Wohn⸗ ſtätte mehr finden. Leopoldine, Du haſt volles Recht, die Stunde zu verfluchen, wo Du mir Dein Herz ſchenkteſt. Bei Charakteren, wie Maximilian, miſcht ſich in alle Gemüthserſchütterungen eine gewiſſe Portion Leicht⸗ ſinn. Solche Perſonen können trotzig und kühn ſein, ſie können ihre ganze Zuverſicht auf einen Strohhalm ſetzen und noch jubelnd am Rande eines Abgrundes tanzen. Aber wenn ein wirkliches Unglück ſie trifft, da verlieren ſie leicht den Muth und ſtehen rathlos in ihrer Beſtürzung da, bis ſie endlich auch im Unglück