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Unart miſchte ſich auch in's Spiel, und in den höheren Regionen beſonders entwickelte ſich eine erſtaunliche Vir⸗ tuoſität auf den Schlüſſelrohren. Es wurde mehrmals ernſtlich Schweigen geboten, bevor die Ordnung wieder hergeſtellt werden konnte. Die Niederlage war voll⸗ ſtändig.
Mit Lucie findet, wie man weiß, das eigenthüm⸗ liche Verhältniß ſtatt, daß ſie gewiſſermaßen nach ihrem Tod noch einen Act hat. Das heißt, die Oper geht fort, obgleich die Braut von Lammermoor in eine andere Welt übergegangen iſt. Dieſer Act iſt, wie es ſich ge⸗ bührt in einen Kirchhof verlegt, aber es iſt klar, daß das Publikum, nachdem es die Beſtattung der Heldin mit Ziſchen und Pfeifen gefeiert hat, nicht geneigt iſt, jen⸗ ſeits des Grabes den Componiſten noch mit ſeinem Beifall zu beglücken. In D. iſt Lucie nie mehr als dieſes zweite Mal aufgeführt worden, gleichwohl habe ich keinen Anlaß zu einer Vermuthung, daß der geniale Cajetan Donizetti aus Gram darüber zuletzt ſelbſt ſei⸗ nen Verſtand verloren habe.
Die Vorſtellung des Abends wurde mit einem Bo⸗ lero beſchloſſen, welchen Signora Pariſina tanzte. Die⸗ ſer Tanz machte viel Glück. Zum erſten Mal am gan⸗ zen Abend hörte man jetzt den belebenden Zuruf Dacapo. Niemand konnte bereitwilliger ſein, als die Signora, dieſem allgemeinen Wunſch entgegenzukommen, und Graf Manfred, welcher ſich tief über das Unglück grämte, das heute Abend ſein Theater getroffen hatte, bekam jetzt envlich eine ſchmerzlich erſehnte Freude zu genießen, als er hörte, wie die alten Mauern einmal um's andere von einem orkanartigen Beifallsſturm erſchüttert wurden.
Ende gut Alles gut, dachte er, und das Publikum ſchien dieſe Anſicht zu theilen. Nach beendigter Vor⸗ ſellung ſah man im Foher nichts als fröhliche und zu⸗ friedene Geſichter. Ueber die ausgepfiffene Sängerin wurde nur der eine und der andere 8 Scherz zum


