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trat bis an den Rand vor, ſie nickte nach Rechts, nickte nach Links, ſie drückte die Hände auf ihr Herz, als wollte ſie die Schläge deſſelben zum Schweigen bringen, ſie breitete die Arme wieder aus, ganz wie zu einer umarmung, und ſie verdolmetſchte ihre innige Freude über das Wiederſehen mit Blicken und lächelnden Mienen. Dieſe Pantomime war bezaubernd, und es wäre ſchwer, alle die Herzen zu zählen, die ſich dadurch ſogleich zu ihrem Vortheil beſtechen ließen. Dieß erforderte einen augenblicklichen Lohn von Seiten des Publikums, und ein ſolcher blieb nicht aus. Man lärmte ſchrecklich, ſo daß man kaum noch Kraͤfte übrig behielt, um ihren Tanz zu belohnen. Der ſchottiſche Nationaltanz ging glücklich von Statten. Die Signora that ihr Beſtes. Für ihre Kunſt brauchte ſie nur die phyſiſchen Kräfte aufzubieten, und dieſe gewannen neue Stärke bei dem Gedanken an die bedeutungsvolle Wichtigkeit der Stunde. Vorſichtig vermied ſie alle ſolche choreographiſchen Schwie⸗ rigkeiten, die möglicherweiſe hätten zeigen können, wie viel ſie an jugendlicher Luftigkeit und Elaſticität ver⸗ loren hatte. Dagegen wußte ſie mit ſchlauer Berech⸗ nung die Mittel anzuwenden, über welche ſie noch in vollem Maß verfügen konnte. Ihre Attituden und Bewegungen wurden dadurch eine verführeriſche Koket⸗ terie der Wolluſt mit der bezaubernden Grazie der Un⸗ ſchuld. Ein Rauſch bemächtigte ſich der Gemüther, wenn man ſie ſah, und gewiß iſt, daß die Menge der Zuſchauer ſich ſelbſt die Mittel nicht klar machte, die ſie aufbot, um ihre Bewunderung zu erzwingen, ebenſo auch nicht das Unedle und eben deßhalb auch Unſchöne in dem Genuß, den ſie ihnen bereitete. Die banale Bemerkung:„ſie tanzt wie ein kleiner Satan,“ enthielt mehr Wahrheit, als man in ſeinem Taumel einſah.
Nachdem die Gefühle des Publikums auf dieſe Art in Wallung gebracht und die Gemüther durch die Künſte


