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In der ſiebenten Scene trat Leopoldine(als Lucie) auf. Sie wurde mit einer gewaltigen Salve von Händegeklatſch willkommen geheißen. Einige Augenblicke wurde die Sängerin von ihren beſten Erinnerungen überwältigt. Sie vergaß ihre Leiden und die Bedeutung dieſer Stunde. Ein Anhauch von entflohenen Tagen fuhr erfriſchend durch ihre Seele, belebend für Gefühl und Phantaſie. Die Scene pei der Quelle ging gut und die ſchöne Cavatine: O daß wir Schwingen hätten! noch beſſer.
„Sie iſt ſich gleich geblieben,“ flüſterte es im Saal, „ſie iſt ſchwärmeriſch, anziehend wie immer. Noch iſt ſie etwas ſchüchtern, das hört man, aber wartet nur, wenn ſie einmal in ihrer Rolle wärmer wird, dann iſt ſie vortrefflich. Ja, ja, Manfred weiß wohl, was er thut.“ Und dabei applaudirte man.
Aber vielleicht war es Leopoldinens unglück, daß ſie ihre Zuhörer gar zu ſehr an das erinnerte, was ſie einmal geweſen warz ja es wäre ganz ſicher beſſer ge⸗ weſen, wenn dieſe, Vergangenheit gänzlich in Vergeſſen⸗ heit gelegen hätte und man alſo während der Fort⸗ ſetzung keine Vergleichungen hätte anſtellen können. Denn dieſe fielen, das zeigte ſich nur allzu bald, nicht zu ihrem Vortheil aus.
Ohne Zweifel haſt Du, lieber Leſer, manchmal, wenn Du ein Freund der Natur biſt, an einem ſchönen Frühlingstag Dich von einer zierlichen Landſchaft be⸗ zaubern laſſen. Du ſchwelgteſt darin, denn der Anblick war ſo einnehmend und Du ſahſt überall freundliche Verheißungen noch ſchönerer künftiger Tage.
Fröhlich dachteſt Du:„Welch ein herrliches Paradies wird nicht hier entſtehen, wenn die warme Sonne des Sommers dieſer bereits ſo reichen Natur ihre volle Entwickelung gegeben hat!“ Aber als Du wiederkamſt, war es bereits Herbſt. Ueberall war es ſo öde, ſo ver⸗
heert. Es war Dir, als ſtündeſt Du an einem Todten⸗
bette. Alle Blumen waren verwelkt, kein Vogel wiegte
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