Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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bin überzeugt, daß ſie es iſt, die dieſes Geziſche veran⸗ ſtaltet hat. Heute war es bloß ein einziger Mund, der gegen Sie ſchrie; ein ander Mal werden es viel⸗ leicht zehn werden. Sie müſſen auf Ihrer Hut ſein, denn bemerken Ihre Feinde, daß man Sie ſo offen tadeln darf, ſo werden ſie ſich bald alle gegen Sie zu⸗ ſammenrotten, und dann ſind Sie verloren. Befolgen Sie meinen Rath, ich habe fünfzehn Jahre am Theater gedient. Suchen Sie den fatalen Schreier zur Ver⸗ nunft zu bringen. Er iſt erkauft, ſo viel iſt ſicher, und wenn er auch in ſeinen Prätentionen etwas unverſchämt ſein ſollte, ſo brauchen Sie ja nicht ſo genau darauf zu ſehen, was ſein Stillſchweigen koſtet; das kommt Ihnen in der Zukunft zwanzigfach herein... Ich will Ihnen aufrichtig ſagen, daß Sie von Ihrer glücklichen Stellung beſſer Nutzen ziehen ſollten, als Sie thun; Sie ſollten mehr darauf bedacht ſein, ſich jetzt einen recht ſoliden Ruf zu verſchaffen, ſo lange das Publikum noch warm für Sie iſt, es kühlt ſich bald ab, das wiſ⸗ ſen ich und ſo manche Sängerin gar wohl. Sie ſind gar zu ſchüchtern und gar zu unthätig für Ihr eigenes Beſtes. Der Beifall, den Sie einernten, genügt nicht, und Ihre Triumphe ſind bei Weitem nicht das, was ſie ſein könnten und ſollten. Sehen Sie die Signora Pariſina an; die verſtand es, das Publikum zu lenken, und ſie war doch bloß eine Tänzerin: ſie wurde an einem Abend zehn verſchiedene ale herausgerufen. Folgen Sie ihrem Beiſpiel, muntern Sie Ihre Bewun⸗ derer auf, treiben Sie den Enthuſiasmus der Leute immer mehr in die Höhe, ſonſt werden Sie niemals eine recht große Sängerin. Glauben Sie nicht, daß ich irgend gemeine Abſichten hege; nein, Gott bewahre, Sie müſſen in aller Ehrbarkeit Ihr Glück machen, das verſteht ſich. Aber wie geſagt, ſeien Sie nicht ſo an⸗ ſpruchslos, Ihr Anſehen leidet darunter. Es könnte z. B. gar nichts ſchaden, wenn Sie eines Abends auf der Buͤhnee inen Lorbeerkranz empfingen. Dieſes Mittel