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mir vor einiger Zeit, als ich in dieſer großen Stadt noch fremd war, daß alle Menſchen hier Egviſten wären. Ich kannte ſie nicht, und mir war bang vor ihnen.
Ich weiß, daß die Beifallsäußerungen des Publi⸗ kums übertrieben ſind; ich weiß es ſehr wohl; aber ſie berauſchen mich dennoch. Mehr als einmal habe ich zu mir ſelbſt geſagt: Sei ruhig, ſei kalt, höre nicht auf dieſe Schmeicheleien; es liegt Leidenſchaft in den Neigungen des Publikums, und ſeine Schwachheit iſt es, die deine Triumphe bereitet... So habe ich raiſon⸗
nirt, aber im nächſten Augenblick, wenn tauſend Zun⸗
gen meinen Namen' rufen, wenn mein Lob durch den
Saal rauſcht, wenn Beifallsgeſchrei und Blumen meine Erfolge verkünden, da ſchwindet meine Vernunft und ich kann dann nicht mehr berechnen, was ich verdient
habe und was man mir zu viel gibt. Ich kann bloß
ine unbeſchreibliche, eine hinreißende Glückſeligkeit em⸗ nden.
Ach, ich wäre ja kein Menſch, wenn ich nicht von dem Beifall gerührt würde, den man mir ſpendet: Und dieſe Leute, die mir ſo viele Theilnahme, ſo viele Güte erweiſen, warum ſollte ich ſie wohl beſchuldigen, daß ſie ſich nur von Launen und unedlen Abſichten leiten laſſen, warum ſoll ich die Huldigung verachten, die ſie in meiner Perſon der Kunſt widmen 2 Es iſt doch beſſer, dankbar zu ſein, dankbar gegen ſie und dankbar gegen ihn, der mir dieſes glückliche Loos geſchenkt hat. Mein Talent kann mich nicht eigenliebig machen. Könnte ich ſagen, daß ich ſelbſt nur durch meine Arbeit, mei⸗ nen Fleiß, mein Studium es ſo weit gebracht habe, dann wäre es vielleicht möglich. Aber jetzt nicht...
Ich ſelbſt habe nur meine Liebe zur Kunſt, aber an
meiner Seite wandelt ein freundlicher Genius. Er Ein Funke. II. 2


