Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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Flügel beraubt hat, wäre nicht unglücklicher. Wenn ich dagegen Erfolg gewinne, werde ich dann wohl die Kraft beſitzen, ein ſo großes Glück zu ertragen, werde ich nicht übermüthig werden und meine eigene Gering⸗ fügigkeit vergeſſen?

O Gott, ohne Deinen Schutz, wie machtlos wäre nicht der Menſch? Ohne Dich wäre er das verwahr⸗ losteſte Weſen in Deiner ganzen Schöpfung, mit Dir, was hat er wohl da zu fürchten?. Ich flehe Dich nicht an, mir zu Liebe die ewige Gerechtigkeit zu er⸗ tchüttern, welche die Schickſale der Welt abwägt: nein, Dein Wille geſchehe, und lehre mich auch in der Stunde der Prüfung Deine Liebe, Deine Allmacht verehren.

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Es iſt geſchehen. Der bedeutungsvolle Tag iſt vorüber. Ich habe ſiegreich die Probe überſtanden!... Ein Angeflagter, der freigeſprochen, ein Gefangener, der aus ſchweren Banden erlöst worden, könnten keine herzlichere Freude empfinden, als die meinige iſt.. Mir iſt, als ob ein ganzer Oeran von Glück vor mir läge. Alle meine Gefühle jubeln und meine Gedanken tanzen von mir weg, wenn ich ſie hier zurückhalten will.

Ach, ihr alle, meine gütigen Freunde, ihr, deren Liebe meine Seele erwärmt hat, warum kann ich euch nicht in meine Arme ſchließen und Freudenthränen an eurem Buſen weinen?

* 5*

Ich hin bereits eine wohlbeſtellte Primadonna an der königlichen Oper und habe ein, wie man ſagt, höchſt vortheilhaftes Engagement eingegangen. Gott weiß, daß ich mich innig darüber freue, aber nicht des Geldes wegen, denn dieſes habe ich noch immer nicht recht wür⸗ digen gelernt. Es genügt mir, Sängerin zu ſein, für