Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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als Sie für mich zu beſtimmen für gut befunden haben. Nennen Sie mich einen unwürdigen Sohn, aber be⸗ denken Sie erſt, ob Sie ſelbſt als Vater ohne alle Schuld ſind Ich gehe jetzt allein in die Welt hin⸗ aus, aber ich werde mir bald einen Platz zu verſchaffen wiſſen; die Anerkennung meines Talents, die ich von Ihnen niemals zu erhalten ſo glücklich war, werden dielleicht fremde Menſchen mir freigebiger ſpenden Ich danke Ihnen für die Mühe, die Sie an mich ge⸗ wendet haben; von jetzt an können Sie ein ruhigeres Leben führen Leben Sie wohl, mein Vater.

Michael's Zorn hatte ſich nicht gelegt; mit⸗Don⸗ nerſtimme befahl er:

Junge, Du bleibſt hier!

Ruhig und kalt, wenigſtens ſeinem Aeußern nach, begegnete Maximilian ſeinem Blick und antwortete mit, feſter Entſchloſſenheit:Nein, ich gehe.

Du wagſt es, Deinem Vater Trotz zu bieten 20

Ich habe keine andere Wahl, als das zu thun oder mir eine Kugel vor den Kopf zu ſchießen. Mein Leben iſt hier unerträglich. Ich muß eine friſchere Luft einathmen, als diejenige iſt, die ſich hier zwiſchen Ar⸗ muth und Zwang zuſammengezogen hat.

Bereits hatte Picheels Gemüth ſich erweicht.

So, ſo, ſagte er mit milder Würde,der Sohn entflieht vor der Armuth des Vaters.. Ich habe meinen Reichthum verſchwendet und vermag Dir nichts zu geben, da Du meine Liebe und meine Lehren ver⸗ achteſt. Geh', verkaufe Deine Seele für Geld, gewinne das Lob des gedankenloſen Haufens; aber, ſo wahr ich als Künſtler im höheren Sinn biſt Du ewig ver⸗

oren. Marximilian ſchien einen kurzen, inneren Kampf zu beſtehen, aber nach einigen Augenblicken verließ er das Zimmer plötzlich, ohne ein Wort zu ſagen.

Jetzt ſchwoll dem armen Michael das Herz⸗ Mit gebrochener Stimme und Thränen in den Augen bat er?