Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Beifall. Man lachte über den ſonderbaren Componiſten, der es wagte mit einer Herausforderung gegen den all⸗ gemeinen Geſchmack aufzutreten; man nannte ihn einen Antediluvianer, ſagte, er ſei wenigſtens 2800 Jahre zu ſpät gekommen, ſeine Oper würde vielleicht in der Arche Noah oder bei den Präadamiten Glück gemacht haben, aber in der gegenwärtigen Zeit ſei dieß ganz unmöglich und ſo weiter. Sie fiel bereits bei der erſten Vorſtellung. Michael's ganzer Lohn für die Zeit, die Arbeit, die Mühe, die er feinem Werke gewidmet hatte, wurde Ge⸗ lächter und Geziſche.

Dieſes Unglück ſchmerzte ihn tief, aber gleichwohl verlor er den Muth nicht; er fand es ganz natürlich, daß ein Publikum von ſo verdorbenem Geſchmack ihn nicht verſtehen könne, ja, ſeine Niederlage ſchmeichelte ihm ſogar in ſeiner Art; gleichwohl eine theuer erkaufte Schmeichelei. Das allgemeine Beſte und das Wohl der Kunſt galt ihm jedoch weit mehr als ſein eigenes, und da er jetzt einſah, daß er als Componiſt nicht genügen konnte, ſo entwarf er einen neuen Plan für ſeine Thä⸗ tigkeit; er gründete eine Muſikſchule.

Trotz aller Verläumdung und alles Spottes, wo⸗ mit man das Anſehen des wunderlichen Lehrers herab⸗ zuſetzen ſuchte, konnte man ihm doch nicht allen Werth abſtreiten. Selbſt ſeine Begeiferer mußten zugeben, daß ſeine Liebe zur Kunſt glühend und vor allen Dingen uneigennützig war. Auch konnte Niemand behaupten, daß es ihm an Einſicht in ſeinen Gegenſtand fehle; aber man beſchuldigte ihn, gar zu ſehr in der Höhe zu ſchwe⸗ ben, in ſeinen Theorien unpraktiſch und allzu einſeitig in ſeinem Geſchmack zu ſein, den man weder antik, noch modern nennen könne, und den man juſt deßhalb mißachtete. Inzwiſchen ſammelte er eine gewaltige Schaar von Zöglingen um ſich, und ſeine Lektionen kamen in Ruf; wenn man auch feine Grundſätze nicht billigte, ſo fand man ſie doch höchſt intereſſant.

Michael befand ſich vortrefflich in dieſem neuen Be⸗