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dern Beziehungen eben ſo ſtark geweſen, ſo würde der Sieg ihm nicht entgangen ſein. Er entfloh für einige Zeit aus dem Getümmel der großen Städte und ließ ſich in einem ſtillen Landſtädtchen nieder. Hier kam er ſelten aus ſeinem Zimmer. Tief in die Nacht hinein wachte er am Piano oder Schreibtiſch, und ging er ein⸗ mal aus, um friſche Luft zu ſchöpfen, ſo konnte man aus der Art, wie er beſtändig vor ſich hinſummte, er⸗ fahren, daß auch in dieſen Stunden ſeine Gedanken in ſeinen gewöhnlichen Beſchäftigungen lebten. Unbeſchreib⸗ lich war ſeine Freude, wenn er glaubte, es ſei ihm ge⸗ lungen eine gute Idee entſprechend auszudrücken. In ſolchen Augenblicken war er ſo innig— nicht nur mit ſich ſelbſt, ſondern auch mit der ganzen Welt zufrieden, und er betrachtete Alles, auch ſein eigenes Talent, in einem bezaubernden Roſenſchimmer. Aber dieſe Freude war nicht von Dauer. Selten wurde ein Werk fertig, ehe er ſelbſt es kaſſirte; viele ſolche Parthien, die einmal ſeinen Stolz ausgemacht hatten, wurden dann bei näherer Prüfung unbarmherzig durchſtrichen und mußten dem übrigen Plunder im Ofen Geſellſchaft leiſten.
Im Allgemeinen war ſeine Arbeit ſehr mühſam; denn er gehörte nicht zu den Glücklichen, die aus ihrem Genie vollkommen fertige Ideen ſchöpfen und beinahe ohne alle Anſtrengung ihrer Gedanken Meiſterwerke ſchaffen. Mit Fleiß und Beharrlichkeit mußte Michael nach ſeinem Ziel ſtreben, und oft erreichte er es dennoch nicht. Die wenigen Compoſitionen von ſeiner Hand, die zur Kenntniß des Publikums gelangten, gewannen ganz und gar keine Sympathien. Man fand darin eine ge⸗ wiſſe Originalität, aber nichts Einnehmendes, und das Ganze erſchien allzu einfach, um einen tiefen Werth enthalten zu können. Erſt nach unglücklichen Mühen, wie auch pecuniären Opfern, vermochte er endlich die ſchönſte Frucht ſeines Fleißes und ſeiner Anſtrengung auf die Bühne zu bringen. Der Verſuch mißlang gänz⸗ lich. Michael's Oper erregte zwar Aufſehen, aber keinen


