Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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begriffen, und er verſtand die Schönheit wohl, die in dem Grundſatz der platoniſchen und pythagoreiſchen Schu⸗ len lag, den Satz, daß die ganze Welt des Schöpfers eine Muſik ſei.. Hoch ſchätzte er die Meiſter, welche die Tonkunſt als etwas Vollkommenes an und für ſich, ohne Zuſammenhang mit dem Wort oder der Mimik behandelten, und wie hätte er auch anders thun können, nachdem er von Haydn's Symphonien ſo hingeriſſen worden war? Am höchſten jedoch ſchätzte er diejenigen, die für das Theater geſchrieben und gut geſchrieben haben⸗ Das Theater war für ihn ein heiliger Tempel der Kunſt, wo er die Muſik als die höchſte irdiſche Verklärung des Lebens voranſtellen wollte. Dieſe ſeine Vorliebe fuͤr die Theatermuſik kam hauptſächlich daher, daß er auch für die Kunſt einen praktiſchen Zweck finden wollte; ja, er wollte ſie allerdings als eine Götteroffenbarung in un⸗ ſere finnliche Welt verſetzen, aber er war der einung, daß, gleichwie Gott ſeibſt, als er perſönlich herabſtieg, um mit Lehre und Handlung ſeine Kinder zu erlöſen, die Geſtalt eines Menſchen annahm, eben ſo auch die Kunſt ſich in ſolchen Formen offenbaren möchte, daß ſie, ihren himmliſchen Geiſt wohl bewahrend, allgemeiner aufgefaßt werden und dadurch eine allgemeine Vered⸗ lung zum Ziel erhalten könne.

Wären wir Engel, pflegte er zu ſagen,ſo könn⸗ ten wir Symphonien genug haben; aber fintemal wir Sünder ſind, die Engel werden können, ſo müſſen wir Opern haben, es verſteht ſich gute Opern.

Es iſt auch unläugbar, daß, weil ein Gedanke ſich nicht anders als durch Worte ausdrücken, und ein Ge⸗ fühl ſich nicht lebhafter malen läßt, als durch Töne, eben ſo auch, da der Gedanke und das Gefühl die Aeußerung der Seele ausmachen, das Wort und die Töne ver⸗ einigt auf's Treffendſte das Leben und den Menſchen ſchildern und idealiſiren können.

Aber als er jetzt forſchend ſeine Betrachtungen zum Theater wandte, das er durch ſo lange Uebung gründlich