Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Eigenheiten und Manieren zu ſuchen; er hätte in dieſer Beziehung in den Noten allein genug gefunden. Die Muſik war für ihn eben ſo wenig bloß ein todtes Stu⸗ dium, als ein bloß ſinnlicher Genuß; er liebte das Schöne mehr als die Wiſſenſchaft, und er mußte mehr hö⸗ ren als leſen. Der Componiſt und der Virtuos beſaßen beide einen Platz in ſeinem Herzen; für ihn gab es keinen höheren Genuß, als einen guter Tonſetzer wahr und richtig wiedergegeben zu hören. Für einen ſolchen Genuß ſparte er keine Mühe, kein Opfer. Manchmal war er einer einzigen Oper oder einem einzigen Concert zu lieb hundert Meilen gereist, und gewiſſe Künſtler, die ſeinen Beifall erlangt hatten, konnte er von Stadt zu Stadt, von Land zu Land verfolgen.

Erſt nach einem langjährigen Studium, und nach⸗ dem er die Sache ſowohl vom künſtleriſchen als philo⸗ ſophiſchen Standpunkt betrachtet hatte, gewann Michael feſte Anſichten und einen entſchiedenen Geſchmack. Er umfaßte begierig den Grundſatz einen troſtreichen Grundſatz daß die ganze Menſchheit in einer beſtän⸗ digen Entwicklung, einem beſtändigen Fortſchritt begriffen ſei, und er bezweifelte nicht, daß daſſelbe Geſetz auch den ſchönen Künſten gelte, obſchon er zugeſtehen mußte, daß es Perioden gebe, die wenigſtens für unſere unvoll⸗ kommene Auffaſſung als ein Rückfall, ein Verfall er⸗ ſcheinen könnten. C⸗ ſchien ihm, als ob in Bezug auf die Kunſt im Allgemeinen die gegenwärtige Zeit juſt eine ſolche Periode wäre, und er glaubte, daß dieß ganz beſonders mit der Muſik der Fall ſei. Der Begriff Muſik ergänzte ſich für ihn immer im Begriff Theater, denn er erkannte zwar den Grundſatz an, daß jedes Kunſtwerk, und auch ein muſikaliſches, ein Ganzes für ſich bilden müſſe, das ohne fremden Commentar ver⸗ ſtanden und genoſſen werden könne; aber er glich theil⸗ weiſe den Alten, welche dem Wort Muſik einen ausge⸗ dehnteren Begriff beilegten, als wir jetzt damit verbin⸗ den, indem ſie darin auch die Poeſie und den Tanz mit⸗