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Geliebte genannt wurde, billige Anſprüche auf eine an⸗ gemeſſene Stellung in den Augen der Welt beſitze. Auf der andern Seite ſtand es klar vor ſeinem Bewußtſein, daß Diana, wenn er jetzt die Hand von ihr abzöge, ohne Zweifel bald in ihre früheren Verirrungen zurück verfallen würde. Das Schickſal des ſchönen jungen Mädchens rührte ihn. Seine Zärtlichkeit war mit ihr feſt verwachſen; die Macht der Gewohnheit verband ſich mit dem Drange des Gefühls.
Die Folge davon war, daß Michael, der noch im⸗ mer ein Phantaſt, ein Gefühlsmenſch war und ſich ſel⸗ ten von den Berechnungen der geſunden Vernunft leiten ließ, ohne lange Ueberlegung einen kühnen Entſchluß faßte und Diana zur Frau nahm.
Es gibt ein Problem, für deſſen Löſung, obſchon gewiß tauſend Gehirne ſich täglich damit abmühen, niemals beſtimmte Regeln aufgeſtellt werden können, nämlich zu einem gegebenen beſtimmten Charakter einen andern zu ſuchen, der mit dieſem vereinigt als Product eine glückliche Che hervorbringt. Daß zwiſchen zwei Herzen, wenn ſie wirklich in vollem Ernſt zu Einem verſchmelzen ſollen, Sympathie ſtattfinden muß, kann Niemand leugnen, aber der Umfang, die Tiefe und die ganze Beſchaffenheit dieſer Sympathie, das ſind juſt
die noch nicht aufgeklärten Punkte der großen Frage.
Vielleicht müßte man jedoch dabei weniger all' die klei⸗ nen, auf der Oberfläche der Seele ſpielenden Farben⸗ wechſel in Betracht ziehen, aber dagegen Alles thun, um den Grundton der Charaktere ſelbſt zu erforſchen, denn die Ehegatten, die nicht darin harmoniren, wer⸗ d vergebens ein gemeinſchaftliches Glück ihres Lebens uchen.
Bei Diana und Michael fand ſich eine Harmonie
dieſer Art ganz und gar nicht vor. Sie waren immer
zwei verſchiedene Weſen und ſollten es auch immer blei⸗ ben. Zwiſchen ihren Seelen fand keine andere Ver⸗ bindung ſtatt, als mittelſt der der
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