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hatten, boten alle Beweggründe der Zärtlichkeit auf, um ihn zu beſtimmen, daß er für immer bei ihnen bleiben und in Ruhe eine ſorgeufreie Zukunft ge⸗ nießen möchte. Ihre Bitten überwanden ihn auf einen Augenblick, er gab ein halbes Verſprechen, aber kaum hatte man den Leichenſtein auf das Grab des todten Vaters geſetzt, ſo überwand auch bei Michael der Künſt⸗ ler den Bruder und Verwandten. Er konnte es ſich verſagen; er mußte wieder reiſen und er that es auch.
Inzwiſchen war er jetzt ein vermöglicher Mann geworden, und daß er als ſolcher ſeinen Platz bei den Pauken nicht wieder einnahm, darf man keine Untreue gegen Thalia nennen. Aber wenn er auch im Stande geweſen wäre, ſich als Künſtler vom Theater loszureißen, ſo wäre doch immer noch der Liebhaber da geblieben. Mamſell Diana war noch gleich ſchön und uͤbte fort⸗ während dieſelbe Gewalt über ihn aus.
Es wäre ſicherlich unmöglich geweſen, daß dieſe Leidenſchaft für ein ſeiner unwürdiges Weib in ſeinem Herzen ſich mit einem ſo erhabenen Gefühl, wie ſeine Liebe zur Kunſt, hätte vertragen können, wenn es nicht fortwährend die Illuſion beibehalten hätte, aus der Courtiſane eine bußfertige Magdalena bilden zu kön⸗ nen. Dieſe Verwandlung war noch nicht ſonderlich weit vorangeſchritten, hatte aber nach Michaels Anſicht den⸗ noch wenigſtens begonnen, und beſonders wirkte es tief auf ihn, daß ſie während ſeiner Paukenſchlägerzeit, wo ſeine ökonomiſchen Umſtände ſehr betrübt waren, ihm nicht gänzlich den Rücken gekehrt hatte. Es wäre der ſchönen Aktrice ſehr leicht geweſen, ſich reichere Ein⸗ künfte, ja ſogar Ueberfluß und Lurus zu verſchaffen; aber ſie hatte es vorgezogen, ſeine Armuth zu theilen⸗ Ueber dieſen einzigen ſchoͤnen Zug vergaß er all' ihre vielen Fehler. Er glaubte wegen dieſer uneigennützigen Aufopferung in einer Ehrenſchuld zu ſtehen, und es ſchien ihm auch, daß das Weib, das allgemein ſeine


