Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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einem wenn auch noch ſo gigantiſchen Unternehmen zu⸗ rück, wenn man von einem verliebten Herzen dazu in⸗ ſpirirt wird; man glaubt ſich in ſeiner Liebe ſtark wie ein Gott, und vergißt vor allen Dingen zu prüfen, ob nicht juſt dieſe Liebe eine Schwachheit iſt.

Schwere Kämpfe hatte er in dieſem Miſſionsgeſchäft zu beſtehen: Kämpfe gegen ſich ſelbſt, Kämpfe gegen ſeine Geliebte. Zu ſeinem Lob muß ich geſtehen, daß er in ſeinen ſchönen Bemühungen unermüdlich war, aber ich muß auch zu Diana's Schande erwähnen, daß ein launiſcheres, eigenfinnigeres und liſtigeres Weib noch ſelten die Geduld eines Mannes geprüft hat. Ihre Seele hatte gänzlich vergeſſen oder vielleicht niemals gewußt, was Ehrlichkeit heißen will, und ihre Heu⸗ cheleien waren um ſo gefährlicher, als ſie in ihrem Berufe ſelbſt ſchon von Kindheit auf die Verſtellungs⸗ kunſt ſtudirt hatte. Selten war ſie jedoch auf der Bühne eine ſo glückliche Schauſpielerin, als hinter den Couliſ⸗ ſen. Aber Michael, der nur ein Auge für ihre Fehler und das andere bloß für ihre Schönheit hatte, hoffte Alles von ihrer Jugend und von dem tiefen Gefühl, das er in ihrem Herzen geweckt zu haben glaubte.

Daß ſeine Geſellſchaft, ſein Rath und ſeine Leh⸗ ven allmälig wohlthätig auf ihr Talent als Sängerin einwirkten, zeigte ſich deutlicher. Wie freute ſich nicht der verliebte Schwärmer über jeden einzelnen dieſer Fort⸗ ſchritte!.. Endlich gelang es ihm, nach Ueberwin⸗ dung vieler und großer Schwierigkeiten, ihr ein Enga⸗ gement, wiewohl in einer untergeordneten Rolle, auf einem der größeren Theater der Hauptſtadt zu verſchaffen; ihre Schönheit war natürlich bei der Abmachung dieſes Geſchäftes eine gute und ſehr geltende Empfehlung. Daß Michael ſelbſt zu gleicher Zeit ſeinen unbehagli⸗ chen Platz als Baßſänger aufgab, verſtand ſich von ſelbſt, aber bei dem Theater, wo Diana angeſtellt war, konnte er weder als Sänger, noch als Schauſpieler Unterkunft finden, und er begann auch einzuſehen, daß