Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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mehr als einmal zu abſolviren, und über jeden ſolchen Sieg freute er ſich in ſeinem Herzen wie ein Feldherr, der mit geringer Streitmacht, aber mit überlegener Liſt ſich aus der Klemme gerettet hat.

Die Beſtimmung der Schule, neben der Einpflan⸗ zung der Elemente der Bildung das Denkvermögen zu klären und zu entwickeln und dadurch die Anlagen zu befeſtigen, ging für ihn größtentheils verloren. Er kam mit ſchwachen Kenntniſſen und höchſt irrthümlichen Be⸗ griffen über ſich ſelbſt auf die Akademie. Dagegen war ſeine von Natur lebhafte Phantaſie bis zu einem un⸗

ewöhnlichen Grad entwickelt, und darin lag eine große Hefahr, weil dieſe Eigenſchaft mit ſeinen übrigen ſich verband und das Jünglingsblut jetzt mit jedem Tage wärmer wurde. Allerdings traten jetzt, nachdem er mehr Freiheit erhalten hatte und ſeine Zeit größtentheils nach eigenem Behagen anwenden durfte, ſeine natürlichen Talente deutlicher an's Tageslicht; aber da dieſe nicht von Anfang an durch ein Princip der Einheit geleitet worden waren, ſo zeigten ſie ſich in ſehr flatternden Formen. An einem Tag legte der ercentriſche Student einen Todtenſchädel auf ſeinen Tiſch, ergriff die Feder und machte Byron zum Jeal ſeines Lebens. Ein andermal glaubte er ſich geſchaffen, der Raphael ſeiner Zeit zu werden. Der Schreibtiſch machte der Staffelei Platz, und Tag und Nacht träumte er nur von Ma⸗ donnen und Engeln. Kaum hatte er mit gewiß nicht ungeſchickter Hand die Skizzen zu einem Gemälde ent⸗ worfen, als er, von einer neuen Idee ergriffen, ſich ein Pianv miethete, und in der Ueberzeugung, die Muſik ſei ſeine Beſtimmung, ſtörte er jetzt mit ſeinen Phan⸗ taſien die nächtliche Ruhe ſeiner Nachbarn. Man konnte jedoch in all dieſen artiſtiſchen Verirrungen ein tiefes Gefühl für das Schöne, einen wahren Enthuſiasmus für die Kunſt entdecken, gleich wie alle ſeine übrigen Handlungen beweiſen, daß ein gutes und edles Herz in ſeiner Bruſt pochte. Was ihm beſonders fehlte, das