Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Dieſe und einige ähnliche Geſchichten waren beinahe Alles, was man von ihm zu erzählen wußte. Aber da er eine Stelle in dieſem Werk beſitzt, ſo verlaſſe ich auf einen Augenblick die junge Debütantin, um den Leſer nähere Bekanntſchaft mit Michael Lambert ſchließen zu laſſen, wozu eine Schilderung ſeines verfloſſenen Lebens am Beſten dienen mag.

Er war der älteſte Sohn eines vermöglichen Be⸗ amten. In der Schule erwarb er ſich kein Lob. Die Lehrer gaben ihm das Zeugniß, daß er viel Talent, aber durchaus keine Beharrlichkeit beſitze. Die latei⸗ niſche Grammatik war ihm ein Gräuel, und er trieb ſeine Unparteilichkeit ſo weit, daß er alle ſeine Schul⸗ ſtudien mit demſelben Auge betrachtete. Daß es keine gewöhnliche Faulheit war, die dieſen Unwillen erzeugte, hatte man daraus erſehen können, daß er, ſich ſelbſt überlaſſen, niemals ohne Beſchäftigung blieb. Seine Lektionen in der Muſik und im Zeichnen umfaßte er mit warmem Intereſſe, und er konnte ganze Nächte wachen, um im Geheimen ſeinen frühen Geſchmack für die ſchöne Literatur zu befriedigen. Er wählte dabei nicht, wie ein Faullenzer gethan haben würde, bloß die ephemeren Tagesprodukte, von denen man Dutzende von Baͤnden verſchlingen kann, ohne ſeine Seele vom Sopha erheben zu müſſen; nein, er wählte mit Vorliebe die gediegenen Erzeugniſſe der Literatur. Beſonders liebte er die Poeten und unter ihnen vorzugsweiſe die dra⸗ matiſchen. Man fand ſich jedoch nicht veranlaßt, die Anlagen des faulen Schülers näher zu ſtudiren; man hielt ſich an das Schulgeſetz und dachte, das ſei genug.

Michael ſchleppte ſich, ſo gut es gehen konnte, durch den vorgeſchriebenen Kurſus durch. Seine Eramina betrachtete er einzig und allein als ein nothwendiges Uebel und ſtahl ſich, ſo gut er konnte, durch; aber was er ganz beſonders lernte, das war, ein ausgezeichnet ge⸗ ſchickter Pfuſcher zu werden. Die Gegenſtände, von denen er bloß eine dunkle Ahnung beſaß, vermochte er