Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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gelungen, denn Herr Michael Lambert iſt der unber⸗ beſſerlichſte Menſch von der Welt. Einmal hatte man ihm eine Anſtellung als Capellmeiſter verſchaffen können, aber da ging es ganz toll zu. Bald empörte ſich die ganze Capelle gegen den Sonderling, und nach kurzer Herrſchaft mußte er ſeinem hohen Platze entſagen. Gegen ſeine Gönner hat er ſich ſelten dankbar und noch weni⸗ ger zartfühlend gezeigt. Der Herzog von der einige Zeit mit ſeinem Schutz beehrte, bat ihn bei einer Gelegenheit, als die Herzogin vur einer großen Geſellſchaft ein Lied vorgetragen hatte, ſein ürtheil über ihr allgemein geprieſenes muſikaliſches Talent ab⸗ zugeben. Herr Michael antwortete mit lauter Stimme: Um Gottes Willen, ſagen Sie der ſchönen Frau, daß ſie ihren Gott nicht mehr mit einem ſolchen Gekreiſche läſtern ſoll. Ein andermal, als er dem Conzert einer großen Sängerin anwohnte, rief er mitten in ihrer Triumpharie: Pfui Teufel, das Weibsbild lügt in jedem Tone! Dagegen wird behauptet, daß er mehrere Meilen auf's Land hinaus wandere, um den Geſang eines ein⸗ fachen Bauernmädchens anzuhören, und man erzählt, daß er eines Nachts, als er bereits zu Bette gegangen, von einem Geſang auf der Straße aufgeweckt wurde. Etwas in dieſem Geſang entzückte ihn dermaßen, daß er ſogleich aus dem Bett ſprang, und obſchon es mitten im Winter war, ſo eilte er doch baarfuß und nur in ſeinen Nachtrock gehüllt auf die Straße hinab. Hier mußte er ein gutes Stück in tiefem Schnee ſpringen, bevor er den Sänger einholte. Leider war dieß ein halbbetrunkenes Weibsbild aus den unterſten Klaſſen der Geſellſchaft, das ihn mit Schimpfworten und Grob⸗ heiten überhäufte. Starr vor Kälte kehrte er auf ſein Stübchen zurück, und obſchon dieſe nächtliche Prome⸗ nade ihm ein ſchweres Bruſtſieber zuzog, ſo beklagte er ſich doch nicht darüber, wohl aber über den Umſtand, daß die ſchöne Stimme an ein ſo unwürdiges Weſen vergendet worden ſei.“