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ein recht ſcharfes Auge würde gleichwohl vielleicht ent⸗ deckt haben, daß ein zurückgehaltenes Lächeln um die Lippen der Signora ſchwebte, und daß der Blick des Grafen nicht ohne einen ſarkaſtiſchen Stachel war.
Er fuhr fort:
„Sie ſind daran gewöhnt, Blumen zu Ihren Füßen ſtreuen zu laſſen; Sie haben auch mir erlaubt, an der allgemeinen Huldigung Theil zu nehmen; empfangen Sie jetzt auch dieſes Bouquet und halten Sie es nicht für vermeſſen, daß ich meinen Namen an Ihre letzten Erinnerungen aus dieſer Stadt knüpfen will.“
»Mißkennen Sie mich nicht,“ bat Pariſina;„glauben Sie, daß ich den Werth eines aufrichtigen Freun⸗ des, eines edlen Beſchützers wohl zu ſchätzen ver⸗ ſtehe. Wir Kinder der Kunſt ſind von ſo mancher Pinterliſt, von ſo manchen Kabalen umgeben ja, Sie würden die halbe Welt verabſcheuen, wenn ich Ihnen Alles erzählte; aber die uneigennützige Er⸗ gebenheit, die wir manchmal zu gewinnen das Glück haben, bildet die Glanzpunkte in unſerem Leben, die ietg unſerer Erinnerungen.“
„Signora, ich beklage mich heute nicht bloß als Privatperſon darüber, daß Sie uns verlaſſen; es iſt jetzt auch meine Pflicht, die Intereſſen des Publikums
zu überwachen„ Se. Majeſtät haben vor einigen
Augenblicken in Gnaden geruht, mich zum Direktor der Oper zu ernennen Ich würde dieſe Auszeich⸗ nung mit doppeltem Vergnügen empfangen haben, wenn ich nur einen einzigen Tag meinen Scepter auch über Sie hätte erſtrecken dürfen.
Die Nachricht von der neuen Würde des Grafen rief bei der zahlreichen Schaar der Gäſte einen Ruf der Ueberraſchung hervor. Aber Pariſina verrieth dem neugebackenen Direktor durch einen Blick ihr Vergnügen darüber, daß ſie ſeiner Gewalt entkommen ſei. Bald darauf ſagte ſie jedoch:
Ein Funken. 1. 15


