Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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„Meine Erzählung entſpricht vollkommen der Wahr⸗ heit,“ fuhr Baron Stanislaus fort und fügte mit einem tiefen Seufzer hinzu:„Ich bin nicht mehr Theater⸗ direktor.“

„Wahrhaftig, die Geſchichte beginnt intereſſant zu werden. Sie ſind abgeſetzt, entfernt... Sie können Ihr Schickſal beinahe mit dem Napoleon's vergleichen.“

Der Baron hörte nicht auf dieſen neuen Spott, ſondern er fuhr in den Ergießungen ſeines betrübten Her⸗ zens fort.

„Ach, dieſer Schlag wird mein Tod werden,“ klagte er. Meine Seele iſt mit dem Theater feſt verwachſen. Ich habe die Kunſt über Alles geliebt; ſie iſt mein Le⸗ ben, mein Alles geweſen.“

„Still, ſtill!“ flüſterte Pariſina, die ſich jetzt dem betrübten Mann genähert hatte und ihre Hand auf ſeine Schulter legte.„Bedenken Sie, daß Sie mit einer Perſon ſprechen, die Sie von Grund aus kennt Re⸗ gen Sie ſich nicht unnöthigerweiſe durch poetiſche Phan⸗ taſien auf. Die Sache iſt ganz proſaiſch. Sie ſind eines einträglichen Amtes entſetzt worden; von was wollen Sie in Zukunft leben?“

„Seine Majeſtät hat mir, nachdem er mir bereits den Rücken gekehrt hatte, halb und halb ein Poſtamt zugeſagt.“

„Nun denn, fröhlichen Muth, Herr Poſtmeiſter!... Schätzen Sie ſich glücklich, das Theater verlaſſen zu dürfen. Glauben Sie mir, Sie waren nie dazu ge⸗ ſchaffen. Sie ſind, aufrichtig geſtanden, kein Menſchen⸗ kenner und auch nicht ſonderlich ſtark in der Intrigue. Dabei haben Sie den großen Fehler, für uns Weiber allzu ſchwach zu ſein. Einen Mann, der beſtändig zu unſern Füßen liegt, ſehen wir beſtändig über die Achſeln an, das iſt ganz natürlich. Mit einem einzigen Blick, einem ſolchen zum Beiſpiel..

Ein warmer, feuriger Blick ſtrahlte bei dieſen Wor⸗ ten in Pariſina's dunkeln Augen; der abgeſetzte Direktor