Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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hin ich zu einer gnädigen Privataudienz bei Sr. Maje⸗ ſtät berufen war.“

„Ah, alſo ein Ritterſchlag, kann ich mir denken. Sie haben eine neue Dekoration erhalten für Ihre großen Verdienſte hinter den Dekorationen.“

„Seine Majeſtät, die mich bisher mit ganz beſon⸗ derer Gewogenheit beehrt hatten, waren heute aufgebracht und vernichteten mich mit ihrer Kälte. In ſtrengen Wor⸗ ten warf er mir große Verſehen in meinem Dienſte vor. Ich ahnte ſogleich, wer das Unwetter hervorgerufen habe, und ſuchte mich mit Verſicherungen meines Eifers und meiner raſtloſen Bemühung, um meinen Pflichten nachzukommen, zu entſchuldigen. Seine Majeſtät wollten meine Erklärung nicht annehmen; er ſagte mir, er wiſſe auf's Beſtimmteſte, daß ich meinem Platz als Theater⸗ direktor ſchlecht vorſtehe; ich habe meine Privatintereſſen

über die Intereſſen des Publikums geſetztz ich ließe mich durch Rückſichten leiten, die der Kunſt ſchaden; ich ver⸗ ſäume es, über die Disciplin und die Sitten meiner Untergebenen zu wachen; ich hielte durch eine unverzeih⸗ liche Partheilichkeit gewiſſe Künſtler zurück, während ich Andern ganz nach meinem Gutdünken unverdiente Vor⸗

theile gewähre, und dadurch habe ich Sr. Majeſtät

Theater dem Untergang nahe gebracht... Meine Ein⸗ wendungen, daß ich von meinen Feinden belogen wor⸗ den ſei, halfen mir nichts. Der König ſagte, er ſei von Mitgliedern ſeiner eigenen hohen Familie, die geſtern dem Feſt des Grafen Manfred angewohnt, in Kenntniß geſetzt worden, wie ich, deſſen Pflicht es wäre, alle Künſtler in Schutz zu nehmen, dieſer meiner Pflicht ſchnurſtracks zuwider, das Debüt einer talentvollen Sängerin verhin⸗ dert habe. Se. Majeſtät ſchloß mit der Erklärung, daß er, da er beſſer bedient zu werden verlange, für gut befunden habe, unverzüglich meinen Abſchied aus⸗ fertigen zu laſſen.“

Signora Pariſina erhob ſich und that einen Aus⸗ ruf der Verwunderung.