Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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zwingen uns auf der Bahn fortzufahren, die wir in unſerer Einfalt, unſerer Unſchuld begonnen haben.

„Und dieſes Fortfahren iſt noch kläglicher. Müde, unluſtig, unvermögend uns ſelbſt over irgend einem An⸗ dern ein Vergnügen zu bereiten, werden wir maſchinen⸗ mäßig vorwärts getrieben, um Jahr für Jahr dieſelbe Reihenfolge von Vergnügungen zu durchwandern. Man lächelt mit den Lippen und weint mit dem Herzen. Wir haben nun einmal unſere Seele an den böſen eiſt, den Geſellſchaftsteufel, verkauft, und er läßt uns nicht los, er zwingt uns täglich, die Qualen der Danaiden auszuſtehen, und endlich erreichen wir den letzten Grad unſeres Leidens, wenn wir nämlich ſelbſt ein Werkzeug in der Hand unſeres Plagegeiſtes werden, wenn wir ſelbſt Bälle, Soupers, Diners u. ſ. w. veranſtalten müſſen. Ach, wie manchem Wirth und wie mancher Wirthin hätte ich nicht ſchon zurufen mögen: Wie grau⸗ ſam rächt man ſich nicht an euch!“

„Aber derjenige, der ein bischen friſche Luft in den Sirokto der Geſellſchaften zu blaſen vermag, wer für

einen Augenblick die Centnerlaſt der Langenweile er⸗

leichtern kann, welche die Gemüther beklommen hält, der erſcheint der Menge als ein Gott. Du biſt ein ſol⸗ cher Gott, Bruder Manfred.“

„Nun ja, dieſe Verehrung zu gewinnen, iſt auch eine Ehre. Man unterſcheidet ſich von dem großen Hau⸗ fen, man bekommt einen Ruf, und ich verlange für den Augenblick nichts Anderes.“

„Deine kleine Sängerin war vortrefflich.“

„Ja, nicht wahr?... Der Intrigue auf die Spur zu kommen, wodurch ſie von der Bühne ausgeſchloſſen werden ſollte, hielt nicht ſchwer; unſer lieber Baron Stanislaus iſt in dergleichen feinen Angelegenheiten ſo geſchmeidig wie ein Bär; aber niemals konnte ich ver⸗ muthen, daß das Schickſal juſt jetzt ein ſo originelles, ſo geniales Talent in meine Hände werfen ſollte.“

„Welche Stimme, welch ein Vortrag! Ich glaube