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darzubringen und ihre Gedanken bei den theuerſten Erin⸗ nerungen ruhen zu laſſen, welche ſie beſaß: eine Ruhe bei drei Gräbern
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Nur einem Einzigen von den Gäſten war Leopol⸗
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dinens Auftreten eine Ueberraſchung, die wahrlich nicht
angenehm genannt werden konnte. Dieß war der Direk⸗ tor der königlichen Oper, Baron Stanislaus. Der arme Mann! er fühlte ſich vom Blitz getroffen in dem⸗ ſelben Augenblick, wo er in Flora ſeine verſtoßene Debü⸗ tantin erkannte. Er wollte ſeinen Augen nicht trauen; aber leider mußte er ſich auch durch ſeine Ohren über⸗ zeugen laſſen, daß ſie es war. Er fand ſich von ſeinem alten Feind überliſtet und ſah mit ſchwindendem Muthe die Gefahr ein, die ſich im Schvoß dieſer Intrigue verbarg.
„Ihr Erfolg wird mein Fall,“ murmelte er, ſein eigenes Schickſal prophezeiend.
Seine Angſt ſtieg in demſelben Verhältniß, wie das Entzücken ſeiner Nachbarn. Das leiſe Beifalls⸗ geflüſter, das während des Geſangs den Zuhörern ent⸗ ſchlüpfte, machte ihn zugleich erblaſſen und erzittern; aber als einer der königlichen Prinzen, in deſſen unmit⸗
telbarer Nähe der Baron zufällig ſeinen Platz genom⸗
men hatte, bei einem von Leopoldinen's glücklichen Augen⸗ blicken ausrief: Vortrefflich, ſie ſingt wie ein Engel! da klangen die Sterbeglocken vor ſeinen Ohren, und er ſchwur in ſeinem Innern Wehe und Fluch über Graf Manfred's verrätheriſche Seele. Als der Ausgang ent⸗
ſchieden war und Leopoldinens Triumph durch einſtim⸗
migen Beifall bezeugt wurde, ſchlich er ſich hinweg wie ein Miſſethäter. Aber nach Verlauf einer Weile, als er ruhig ſeine Stellung überlegt hatte, faßte er wieder Muth, zupfte ſein breites weißes Halstuch herauf, ord⸗ nete ſeine Vatermörder und rief um die Lippen das
freundlichſte Lächeln hervor, das er möglicher Weiſe zu
Stande bringen konnte. Darauf trat er von Neuem in


