Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Hoffnung hatten hier Beide ihre Boten und die Kräfte der Geſundheit gediehen neben dem Talisman der Schönheit.

Aus dieſen Blumen des Glücks wand ſie einen Kranz, näherte ſich dem Rand der Erhöhung, auf wel⸗ cher ſie ſtand, und überreichte ihre ſchöne, verheißungs⸗ reiche Gabe mit wahrhaft olympiſcher Anmuth der Kö⸗ nigin des Feſtes, Graf Manfred's überraſchter Gattin.

Der azurfarbige Vorhang wurde zwiſchen dem Reben⸗ gewölbe wieder zugezogen, und Flora war verſchwunden.

Dieſe Scene machte auf die vielen Gäſte des Gra⸗ fen einen tiefen Eindruck. Allerdings empfanden ſie keine Berauſchung von der Art, in welche Signora Pariſina ſie ſo oft verſetzt hatte, aber Alle fanden ihr Herz belebt von reineren, ruhigeren, edleren Gefühlen. Der Geſang des ſchönen Mädchens war im Ganzen ſo einfach, ſo frei von allem Geprunke, daß er auf kei⸗ nerlei Art die Seene verwirrte oder ſtaunende Bewun⸗ derung hervorrief. Dagegen fühlte man ſich unwillkür⸗ lich gerührt von der reinen, ſchönen, überſinnlichen Wahrheit, die in jedem Tone lag. Niemand dachte an die Forderungen der Kunſt. Nein, ſogar alle Kritiker, ſtrenge Verſechter verſchiedener Schulen, wurden von der Poeſie des Augenblicks ergriffen, vergaßen darüber ihre gelehrten Syſteme, ihre Regeln und Conventionen, die Wiſſenſchaft und die Studien, und waren überraſcht von ihren eigenen kindlich frommen Thränen.

Es war ſchon lange her, daß dieſes Publikum kei⸗ nen Kunſtgenuß mehr von dieſer, wenn ich ſo ſagen darf, natürlichen Art erhalten hatte. Sie gaben auch ihren Beifall nicht durch die gewöhnlichen ſtürmi⸗ ſchen Applauſe zu erkennen, ſondern durch ein weit be⸗ deutungsvolleres, feierliches Schweigen.

Zum Erfolg der jungen Sängerin trug möglicher⸗ weiſe auch der Umſtand bei, daß ſie ihren Zuhörern gänzlich unbekannt war. Ihr Auftreten war für Alle eine Ueberraſchung geweſen. Sie hatte ganz und gaf