Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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äußerſt genau zu ſein. Wäre ich Vorſteher eines Pri⸗ vattheaters, ſo würde ich mir aus einem mißlungenen Debüt ſehr wenig machen; aber eine königliche Oper darf nicht zu Erperimenten für Dilettanten mißbraucht, ſondern nur wohlgeprüften und anerkannten Talenten geöffnet werden.“

„Recht ſo, Herr Baron, und ein wirkliches Talent kann deßhalb immer mit Sicherheit darauf rechnen, in Ihnen einen eifrigen Beſchützer zu finden.“

„Ich ſchmeichle mir wirklich mit der Ueberzeugung, daß ich noch keinem Künſtler, der voranzukommen ver⸗ diente, den Weg verſperrt habe.“

Es war aber doch Schade, daß dieſe Mamſell Leo⸗ poldine Ihrer Erwartung nicht entſprach. Sie hofften etwas Großes von ihr; aber Sie ſind jetzt, wie geſagt, überzeugt von ihrer Untaüglichkeit für die

cene?“

„Vollkommen überzeugt, Herr Graf. Vielleicht kann

ſie in einigen Jahren, wenn ſie eine beſſere Leitung bekommt, eine brauchbare Soubrette werden; aber für den Augenblick ſteht ſie tief unter der Mittelmäßigkeit.“

„Ihr Urtheil läßt keinen Zweifel zu... Laſſen Sie uns einen Blick in den Tanzſaal werfen, wenn es Ihnen Vergnügen macht.“

Dieſe beiden Männer, die im Herzen einander ver⸗ abſcheuten, gingen jetzt Arm in Arm wie die beſten, vertraulichſten Freunde mit einander weg..

Während einer Pauſe zwiſchen den Tänzen über⸗ raſchte der Graf ſeine Gäſte und auch ſeine Gemahlin mit dem willkommenen Vorſchlag, einen Beſuch in der Orangerie abzuſtatten, die neuerdings zu einem an⸗ ſehnlichen Wintergarten erweitert und mit dem Palaſt ſelbſt in Verbindung geſetzt worden war.

Paarweiſe wandelte man durch einige Corridore und kam eine breite Treppe hinab in den Garten, die⸗ ſes neue Eden, einen kühnen Trotz, welchen die Kunſt der Natur und dem Klima bot.