Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Kurz nach dem oben erwähnten Ereigniß gab Graf Manfred zur Feier des Geburtstags ſeiner Gemahlin ein glänzendes Feſt. Die Equipagen machten eine ganze Stunde lang Queue vor ſeinem Palaſt, und drinnen in den prachtvollen Salons war Alles verſammelt, was die vornehmen Kreiſe der Reſidenzſtadt Ausgezeichnetes an Namen, Bildung und Schönheit beſaßen; man er⸗ blickte ſogar Prinzen von Geblüt. Der Lurus in allen Anordnungen war eben ſo üppig als geſchmackvoll und rief mit unwiderſtehlicher Macht jene leichte, angenehme Gemüthsſtimmung hervor, welche der Seele die Schmet⸗ terlingsflügel leiht, ohne die wir niemals zu dem eigent⸗ lichen Roſengarten in der Welt des Vergnügens ge⸗ langen... In ſammetausgeſchlagenen Kabinetten ſaßen die Coterien in lebhafter Converſation; die Toiletten

funkelten von Juwelen, in den Geſprächen ſprudelte Fröhlichkeit und Witz. In dem großen Tanzſaal, der beleuchtet war, gleich als hätte er eine Sonne in ſeinen

Wänden eingeſchloſſen, ſchwebte die Jugend in fröh⸗

lichen Tänzen. Ach, welche Schlingen in dieſen lächeln⸗

den Mienen, welche Bekenntniſſe auf dieſen erröthenden Wangen, welche Berauſchung in dieſen wogenden Buſen Die Muſik ertönte hinreißend und der ziſchende Champagner bot Kühlung den Lippen und Feuer den Herzen.

6taf Manfred, der heitere und liebenswürdige Schöpfer dieſer Zauberei, erfüllte ſeinen wichtigen Be⸗ ruf mit einer Ruhe, die den Mann von ächt feinem Ton auszeichnete. Ohne alle ſichtbare Anſtrengung überwachte er das Ganze, während er ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit zwiſchen ſeinen zahlreichen Gäſten theilte. Für Alle beſaß er ein verbindliches Wort, der Scherz ſpielte

auf ſeinen lächelnden Lippen, und von ſeinem ſtrahlen⸗ den Blick verſchwand jede Wolke des Mißmuths oder

übler Laune. ½

In der reich verſehenen Gemäldegalerie erblickte