Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Bruch mit der Signora vermieden und keine Veranlaſſung zu der Vermuthung gegeben, daß er ſich für ihre Kunſt weniger als früher intereſſire. Im Theater applaudirte er mit ſeiner ganzen Coterie der ſchönen Tänzerin noch immer mit dem gleichen Eifer. Er fand ſich ſogar noch zu⸗ weilen in ihrem Salon ein, und obſchon er ſich nicht mehr an die Spitze ihrer Bewunderer ſtellte, ſo bewies er ihr gleichwohl noch immer eine ſchmeichelhafte Aufmerkſam⸗ keit. Aber heimlich ſetzte er alle ſeine Triebfedern in Bewegung, um das gewünſchte Uebermaß der Vergötte⸗ rung, die Pariſina geſchenkt wurde, hervorzurufen, und mit ſicherer Hand lenkte er das Spiel ſo, daß der Tag nicht mehr fern ſein konnte, wo das Publikum die Lächerlichkeit ſeines Benehmens einſehen und der Aerger über die begangenen Narrheiten zu einem Aerger über den Gegenſtand dieſer Narrheiten umſchlagen mußte. Dieß war der Augenblick, den der Graf vorbereitete und erwartete. Der Fackelzug, die Serenade, das Hurrah⸗ geſchrei, alles war mit Rückſicht auf die beabſichtigte Kriſis veranſtaltet. Welche neue Intriguen er in's Werk zu ſetzen hatte, wenn die Kriſis einmal eintrat, das wird ſich bald zeigen.

Signora Pariſin war ein Weib, das ſich wahrlich nicht leicht überliſten ließ, aber gleich wie der ſonſt ſchußfeſte Held Achilles an der Ferſe verwundbar war, ſo hatte auch ſie ihre ſchwache Seite, nämlich ein leiden⸗ ſchaftliches Verlangen nach Triumphen. Gegen eine gewöhnliche Schmeichelei war ſie abgehärtet, und ſie wußte wohl, daß juſt auf der höchſten Höhe der Fall ſowohl am leichteſten als am gefährlichſten iſt; aber jetzt, wo ein ganzes Theaterpublikum ſich ſo zu ſagen zu ihren Füßen legte, wo eine ganze Stadt ihr wie einer Köni⸗ gin huldigte, jetzt verlor ſie alle Beſinnung; gleich einem Spieler, wenn die Würfel rollen, vergaß ſie alle vor⸗ her gefaßten Grundſätze und ſchwelgte in ihrem Glück, ohne zu berechnen, ob es wohl noch für den morgenden Tag reichen würde.